Leben mit einer K-PTBS

Viele halten mein Funktionieren für Stärke.

Dabei ist es oft einfach Überlebensmodus.

Hallo du liebe Seele 🤍

Heute möchte ich wieder einen Beitrag aus der Reihe „Was Trauma mit mir macht“ mit dir teilen.

Ich höre von aussen immer wieder Sätze wie:

• Du bist so stark.
• Du schaffst immer alles alleine.
• Du bist so geduldig.
• Du bist so organisiert.
• Du bist so belastbar.

Und jedes Mal denke ich:

Wenn ihr wüsstet…

Denn was andere als Stärke sehen, fühlt sich für mich oft ganz anders an.

Während ich funktioniere…

  • … bin ich angespannt bis zum Anschlag.
  • … rast mein Herz.
  • … beobachte ich ständig alles um mich herum.
  • … trage ich Angst in mir.
  • … grüble ich über jedes Gespräch. Vorher. Währenddessen. Danach.
  • … passe ich mich an, obwohl ich eigentlich etwas ganz anderes sagen oder tun möchte.
  • … schäme ich mich.
  • … kämpfe ich.
  • .. wünsche ich mir manchmal einfach nur, aufhören zu dürfen.

Von aussen sieht man davon …. genau, fast nichts.

Und genau deshalb hören viele irgendwann den Satz:

„Dir geht’s doch gut.“

Oder:

„Du bist doch so stark.“

Dabei denken sie an Stärke.

Ich denke ans Überleben.

Aber warum funktioniere ich überhaupt? Eigentlich ist das die falsche Frage.

Die viel wichtigere Frage lautet:

Was würde passieren, wenn ich NICHT funktionieren würde?

Dann kommen sie. Die Ängste.

Angst davor…

  • … andere zu enttäuschen.
  • … schwach zu wirken.
  • … abgelehnt zu werden.
  • … die Kontrolle zu verlieren.
  • … ausgelacht zu werden.
  • … eine Last zu sein.

Und da ist sie wieder.

Die Scham.

Nicht so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Viele fragen sich vielleicht, wann diese Maske endlich fällt.

Ehrlich?

Erst wenn ich alleine bin.

Wenn niemand mehr etwas von mir erwartet. Wenn ich niemandem mehr beweisen muss, dass ich funktioniere.

Dann merke ich oft erst, wie erschöpft ich eigentlich bin. Ich nehme all diese Gedanken mit ins Bett. Und häufig auch wieder mit in den nächsten Morgen.

Der Kreislauf beginnt von vorn.

Lange dachte ich, genau das wäre meine Stärke.

Heute weiss ich: Es war mein Überlebensmodus.

Diese Erkenntnis kam nicht plötzlich. Sie ist langsam gewachsen. Durch Therapie. Durch Bücher. Durch Gespräche. Und vor allem dadurch, dass ich irgendwann angefangen habe, meinem Körper zuzuhören. Auch wenn ich das zuerst gar nicht wollte. Denn zu akzeptieren, dass ich gar nicht stark war, sondern oft einfach nur im Überlebensmodus, tat weh. Es bedeutete, mein Bild von mir selbst zu hinterfragen. Und das war alles andere als leicht.

Manchmal frag ich mich:

Wenn mein Körper sprechen könnte, während alle anderen denken:

„Alexandra hat alles im Griff.“

… würde er wahrscheinlich nur einen Satz sagen:

„Wenn du mich hören könntest, wärst du schockiert.“

Denn mein Körper schreit längst.

Nur habe ich gelernt, trotzdem weiterzugehen.

Vielleicht halten viele mein Funktionieren für Stärke.

Ich glaube heute:

Es war lange einfach meine Art zu überleben.

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