Leben & Heilung

Wenn kPTBS einfach zu viel Raum einnimmt

📅 13. August 2026
☀️ Hitzig mit warmer Luft, 17-34 °C

Hallo du liebe Seele 🤍

Es ist Donnerstag und ich wache auf. Mir wird bewusst: Heute ist kPTBS-Blogtag. Das bedeutet, ich habe eigentlich immer ein Thema bereit, über das ich schreiben möchte. Normalerweise.

Ich setze mich morgens an mein MacBook und schreibe über ein Thema. Schliesslich habe ich viele Ideen. Doch heute fühlt sich keines dieser Themen nach meinem an. Nicht mal ansatzweise.

Dann … Scheisse … Ich hab kein Thema für heute.

Nicht, weil gerade nichts passiert in meinem Leben. Im Gegenteil. Es passiert gerade sehr viel.

Mein Kopf ist voll von Dingen, die ich gerade selbst erforsche und sortiere. Dinge, die mich 24/7 beschäftigen und die mein Nervensystem seit Wochen im Daueralarm durch die Gegend rasen lassen.

Und plötzlich spüre ich: Auch daraus entsteht Druck.

Ich sollte wieder in den Flow kommen. Regelmässig schreiben.

Abliefern.

Ich bin gerade eh schon ziemlich spärlich unterwegs.

Ich bin gefrustet. Einfach, weil ich merke, dass mein Kopf im Moment so voll mit all den anderen Dingen ist. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich gerade eh schon so spärlich blogge, seit vier Wochen, seit der Urlaub anstand.

Aber ich bin gar nicht deswegen gefrustet. Oder nicht nur.

Sondern weil ich nie mehr an diesen Punkt kommen wollte.

Der Blog soll mir Spass machen, mich bereichern und nicht zum Druckpunkt werden.

Er soll nicht zur Pflicht werden. Aber genau dazu wurde er heute.

Ich will schreiben, weil ich gerne schreibe, mich gerne austausche und weil ich etwas zu sagen habe. Weil mich etwas beschäftigt.

Aber gerade merke ich, wie schnell aus einem „Ich möchte“ ein „Ich muss“ werden kann.

Denn ich frage mich: Wie das wohl ausschaut?

Von aussen sicher so, als würde ich nichts tun. Auch ich sehe das so. Ich mache gerade auch im Haushalt nicht viel. Ich mache wirklich nur das Nötigste.

Aber so ist es eben gar nicht.

Von aussen sieht das sicher so aus. In meinem Innern aber arbeitet es, und zwar ganz gewaltig.

Mein Kopf und mein Nervensystem laufen auf Hochtouren und es gibt einfach keinen Platz mehr für weitere Dinge.

Der Kopf ist voll von Beziehungsthemen, Gesprächen, die geführt wurden, Ängsten und Unsicherheiten. So ist alles, was noch dazukommt, einfach zu viel.

Man könnte jetzt sagen: „Dann lass es sein.“

Aber meine innere Kritikerin wedelt schon im Hintergrund mit der Rute und ruft:

„Hast du schon mal was von Funktionieren gehört? Reiss dich gefälligst zusammen.“

Vielleicht ist aber genau das heute für mich mein Lernfeld: nicht noch mehr herausfinden zu wollen. Sondern zu bemerken, dass gerade schon mehr als genug passiert.

Vielleicht, nur vielleicht, muss ich heute gar nichts erklären. Auch wenn mir das so schwerfällt.

Vielleicht darf dieser Donnerstag einfach zeigen, dass auch das ein Teil meiner Reise ist.

Ich muss nicht immer verstehen. Auch wenn das für mich essenziell ist. Denn nicht zu verstehen lässt mich in Unsicherheit zurück. Und das triggert mich ganz schön.

Ich muss nicht immer alles analysieren. Auch wenn mir das ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Zu erkennen:

„Bin ich zu viel? Hab ich etwas falsch gemacht? Hätte ich etwas nicht sagen sollen? War meine Grenze zu egoistisch?“

Ich muss nicht immer etwas daraus machen. Oder vielleicht mehr daraus machen, als es tatsächlich ist.

Denn kPTBS bedeutet nicht nur, dass ich auf einen offensichtlichen Trigger reagiere. Manchmal arbeitet mein System auch dann weiter, wenn gerade gar nichts Neues passiert.

Ich darf vielleicht manchmal einfach feststellen:

Heute ist viel. Und das darf reichen.

Und wenn es zwei, drei Tage oder noch länger geht.

Manchmal ist das Leben einfach voll.

Zu viele Gedanken.

Zu viele Gefühle.

Zu viele offene Schleifen.

Zu viel Verarbeitung.

Danke, dass du ein Stück dieses Kapitels mit mir gegangen bist

8 Gedanken zu „Wenn kPTBS einfach zu viel Raum einnimmt“

  1. Auch wenn du das jetzt nicht lesen möchtest. Es ist tatsächlich so:

    Bloggen ist dein Hobby und soll Spaß machen.
    Und wenn du mal nicht dazu kommst, dann ist das so.
    Und wenn es dir im Moment keinen Spaß macht, dann mach doch mal eine Pause.

    Und wenn es zuviel Druck für dich ist, dann lass doch die fixen Mottotage weg. Schreib wie es dir auskommt.

    Und das mit dem Haushalt:
    Der läuft nicht weg!
    Bei Hitze machen die meisten Leute nur das Nötigste.

    Und wer bei dir vorbeikommt, egal ob im Blog oder im wahren Leben, dem es nicht bei dir gefällt: Der soll doch einfach wieder gehen.

    Ich wünsche dir gute Besserung für dein Gefühlsleben 🫂

    1. Hallo Trude,

      Doch eigentlich macht s mir spass, es hilft mir sogar, eigentlich. Also schreiben wie sonst kreativ sein ist für mein Nervensystem ein Regulator. Nur grade passier so viel in meinem Kopf, 24/7, und das frustet mich, das sogar dass, was mir eigentlich hilft grade eher belastend ist.

      Danke dir für deine Worte und schön teilst du deine Gedanken mit mir 🙏🏻

  2. Du musst nicht funktionieren, du bist krank.
    Du musst hier nicht schreiben, wenn du es grad nicht auf die Reihe bekommst. Niemand erwartet hier etwas von dir, dass du grad nicht machen kannst.
    Wie es von aussen aussieht, kann dir pupsegal sein. Nur für dich muss es stimmen. Was andere von dir denken, ist deren Problem, nicht deines.

    Du bist nicht zu viel – du bist du und wer damit nicht klarkommt, kann gerne weiterziehen.

    Dein Schlussfazit ist genau das richtige – geh deinen Weg, in deinem Rhythmus und hör auf dich unter Druck zu stellen für nichts und wieder nichts.

    1. Hm…
      Ich weiss das ich nicht muss… rein Rational.
      Ja, das sollte es wohl, mir egal sein wie es von Aussen ausschaut und was andere von mir denken…

      Ich wünschte ich wäre da wo du bist, oder wider dort, wo ich vor 3 Jahren noch war.

      1. Nur nicht aufgeben, das wird wieder – hat bei mir auch lange gedauert.
        Wir mögen halt Veränderungen nicht und sich da wieder zu arrangieren, dauert einfach länger als bei anderenl.

        1. Ne, aufgeben ist keine Option. Auch wenn es noch weitere Nächte auf der Betontreppe geben würde, oder Nächte die nur 3 Stunden schlaf bringen.

          Ja… das sagst du was. Danke fürs Zuhören und aufmuntern. 🫶🏻 Schönen Abend dir und ein entspanntes Wochenende.

          1. Ich würde es genau so handhaben – man sucht sich einfach die Nischen, die man findet um zu überbrücken.

            Gern geschehen – bald hab ich Feierabend und werde geniessen.

Danke, dass du dir Zeit für diesen Beitrag genommen hast. Wenn du magst, hinterlass mir einen Kommentar – ich freue mich auf deine Gedanken.