
Guten Morgen du liebe Seele 🤍
Phu… 😮💨 Ist das frisch, aber die Sonne scheint vom Himmel als würde es kein Morgen geben. Der Wind ist auch grade still, ich hoff das bleibt so, denn die Tage wars echt wunderschön aber sau fies kalt. Und da es noch so kalt ist, hier ist es um 8:45 grade mal 7 Grad. Also wart ich noch zum raus gehen und mach mich jetzt an den Schlaf-Beitrag.
Warum das Thema REM-Schlaf und kPTBS/PTBS so wichtig ist, ist, weil Schlaf nicht nur Erholung ist, sondern auch ein wichtiger Teil der Verarbeitung und Regulation des Nervensystems ist.

✔️Kurz gesagt:
REM-Schlaf ist die Schlafphase, in der wir intensiv träumen. Während dessen werden
- emotionale Erinnerungen verarbeitet
- Stressreaktionen abgeschwächt
- das Gehirn sortiert Erlebnisse
- und emotionale Ladungen aus Erinnerungen werden reduziert
Viele Forschende beschreiben REM als eine Art nächtliche Emotionsverarbeitung. Da aber sehr oft bei kPTBS/PTBS der REM-Schlaf fragmentiert ist, ist die Verarbeitung und mehr nicht mehr so gegeben wie es sein sollte.
❔Was bedeutet aber „fragmentierter REM-Schlaf“?
Fragmentiert heisst:
- ich komme zwar in REM-Schlaf
- werde aber immer wieder mikrogeweckt
- ich wechsle häufig in Leichtschlaf oder Wachzustand
- die REM-Phasen sind zu kurz / zerstückelt
- der Schlaf wirkt äusserlich zwar „lang genug“, aber ist innerlich instabil
Bei PTBS ist genau das häufig messbar. Studien zeigen mehr Übergänge von REM zu Wachzustand oder Stadium 1 Schlaf.
🤔 Warum passiert das bei kPTBS/PTBS?
Ich wusste bis vor kurzem selber nicht warum das so wichtig ist. Das hat mir weder Arzt noch Therapeuten je erklärt. Egal wie „viel / lange“ ich schlafe, ich bin morgens meist erschöpfter als am Abend als ich ins Bett gegangen bin. Im besten Fall fühl ich mich einfach nicht ausgeruht. Ich dachte immer mit mir stimmt etwas nicht, aber jetzt bestehe ich es besser. Also warum ist das so?
Weil das Nervensystem nacht’s oft nicht wirklich auf sicher schaltet.
Bei Trauma bleibt das Nervensystem häufig:
- in erhöhte Alarmbereitschaft
- ist stresshormonsensitivität
- ist Geräusch- und Körpersensibel
- die innere Wachsamkeit ist hoch
- und ja, Angst vor Kontrollverlust im Schlaf
Letzteres hab ich schon in einem anderen Teil erzählt. Auch Tagsüber schlafe ich wirklich sehr selten weil mich das dermassen nervös macht. Ich hasse es so müde zu sein, dass ich weg drifte. Nachts, okay, aber Tagsüber will ich das auch gar nicht. Da kämpf ich immer gegen an so gut es geht, nicht nur weil ich dann nachts noch schlechter schlafe sondern weil ich Angst habe etwas zu verpassen.
Das Gehirn sagt nacht’s vereinfacht:
„Ich schlafe, aber ich halte Wache.“
Dadurch wird besonders REM gestört, weil REM neurologisch ein verletzlicher Zustand ist.
🤷🏻♀️ Aber warum ist das jetzt problematisch?
1. Emotionen werden schlechter verarbeitet
Wenn der REM- Schlaf immer abbricht, bleiben emotionale Spannung eher „roh“ im System.
Das kann bedeuten dass…
- stärkere Triggerbarkeit
- Reizbarkeit
- emotionale Überflutung
- schnellere Überforderung
Auch hier zu gibt es Studien… Eine davon ist die Studie: Schlaf- und REM-Schlafstörungen in der Pathophysiologie von PTBS: die Rolle des Aussterbensgedächtnisses
2. Erinnerungen bleiben belastender
Normale REM-Prozesse helfen, Erinnerungen weniger schmerzhaft einzusortieren.
Bei Fragmentierung kann das erschwert sein.
Das wird mit Intrusionen, Albträumen und wiederkehrenden Bildern in Verbindung gebracht.
3. Mehr Müdigkeit trotz Schlaf
Ich schlafe vielleicht 7 Stunden, fühl mich aber wie nach 3 Stunden schlaf.
Warum? Weil meine Schlafarchitektur gestört ist. Die Erholung unterbrochen wird und die autonome Aktivierung hoch bleibt.
Ein schlechter Schlaf verstärkt Trauma-Symptome. Trauma-Symptome verschlechtern Schlaf.Ein klassischer Kreislauf.
Hier findet sich folgende Studie dazu: Schlafstörungen bei posttraumatischer Belastungsstörung: Aktuelles Wissen und klinisches Management
Wie ich oben schon gesagt habe, hab ich davon bis jetzt nichts gewusst. Und es wundert mich nicht, denn diese Studie sagt selbst das dieses Thema zu wenig beachtet wird.
❕Besonders bei kPTBS
Bei komplexem Trauma ist oft nicht nur ein Ereignis beteiligt, sondern langandauernder Stress. Dadurch sieht man folgende Probleme häufiger:
- chronische Hypervigilanz (Überwachsamkeit)
- Einschlafprobleme
- frühes Erwachen
- fragmentierten REM-Schlaf
- intensive Träume ohne klare Erinnerung
- Gefühl nie tief geschlafen zu haben
🧐 Spannendes aus der Forschung
Eine neuere Studie zeigte:
Mehr Menge und Qualität von REM-Schlaf vor Stressbelastung war mit weniger intrusiven Erinnerungen danach verbunden.
Das spricht dafür, dass gesunder REM-Schlaf sogar ein Schutzfaktor sein kann.
🩹 Was hilft realistisch?
Nicht „mehr schlafen wollen“, sondern Sicherheit fürs Nervensystem vor dem Schlaf.
Sinnvoll:
- feste Schlafzeiten ✔️
- Licht morgens ✔️
- kein emotional aufwühlender Input spätabends
- Körperberuhigung vor Schlaf (Wärme, Atmung, Druckdecke wenn angenehm) ✔️
- Trauma-Therapie tagsüber (hatte ich jetzt fast 9 Jahre)
- Albtraumbehandlung (z.B. Imagery Rehearsal Therapy) (Kenn ich nicht, muss ich mich mal schlau machen)
- CBT-I bei Insomnie (Wurde bei mir nie abgeklärt geschweige denn diagnostiziert)
- Schlafmedizinische Abklärung bei Atemaussetzern / Restless Legs (Aussetzer hab ich glaube ich nicht, unruhige Beine, ja manchmal)
Aber wie gesagt, da es hier kein Thema ist, weder bei Ärzten denen ich das sagte noch Therapeuten, wird es wohl nicht ganz einfach werden. Dazu kommt, wenn es kein Thema bei Ärzten und Therapien ist, zahlt die Kasse wahrscheinlich die Abklärung auch nicht wirklich. Heisst, mal schlau machen.
Was ich gelernt habe bei den Recherchen… 🤍
Wenn ich morgens wie gerädert aufwache, heisst das nicht, dass ich versagt, was falsch gemacht habe oder ich „zu sensibel“ bin.
Es kann schlicht bedeuten:
Dein Nervensystem war die ganze Nacht beschäftigt.
So, das wars also, die Schlaf-Serie. Ich hoffe es gab auch für dich etwas das du daraus lernen konntest, vielleicht für dich sogar was mitnehmen konntest.
Hier noch mal alle vorhergehenden Beiträge der Reihe nach:

So, das war also meine Schlaf-Serie und ich hoffe es war für dich genau so spannend wie für mich und vielleicht konntest du auch für dich das ein oder andere mitnehmen.
Ich wünsch dir einen wunderbaren Donnerstag und wir lesen uns morgen wieder.
Ich hatte das jahrelang, weil ich mich nie sicher fühlte. Konnte auch lange nicht mit dem Rücken zum Zimmer schlafen, nur zum Partner oder zur Wand.
Ich schlafe zwar immer noch in in zwei Etappen, doch es ist deutlich besser, seit ich mehr in meinem Rhythmus arbeiten kann
Ich brauch immer jemand zwischen Tür und mir. Als ich alleine schlief, weil mein mann verstorben ist, konnte ich immer erst um 3 Uhr einschlafen… und zwischen 6 und 7 war ich dann meistens wieder wach. Sollten schaffte ich es dann auf 8 Uhr Und die Tür muss zu sein. Sonst kann ich nicht schlafen.
Jetzt mit neuem Partner ist es auch wieder besser. Kann wenigstens früher einschlafen aber wach bin ich dennoch mehrere Male Nachts.
Das tut mir sehr leid. Immerhin eine Verbesserung.
Muss es nicht, aber danke.