Hallo du liebe Seele 🤍
Das ist kein rein informativer Beitrag, sondern meine persönliche, ungefilterte Therapieerfahrung, so, wie ich sie erlebt habe.

Es war letzten Sommer, der mich fast zerbrach. Meine Verlustangst war so stark, dass jeder Rückzug meines Freundes sich anfühlte wie ein Messer in meiner Brust.
Es war Ende Juli, die Sommerferien haben grade begonnen und ich ich wusste mein Freund geht mit den Kids 1 Woche nach Italien, ans Meer zelten. Das war eigentlich kein Problem. Mir ging es soweit gut, bis auf die Tatsache das meine Therapeutin meinte eine Therapiepause wär mal angesagt. Ich fand das damals gar nicht witzig, es hat mir angst gemacht. Ja, sie hatte gute Gründe, die ich auch verstand und so verblieben wir wie folgt, ich kann mich melden, wann immer etwas ist. Per Mail sei sie immer zu erreichen. Das hat mich etwas beruhigt und mir etwas Sicherheit geben.
Dann kam die Zeit vor der Abreise. Mein Freund stand vor eigenen Herausforderungen. Das erste mal mit 4 Kindern alleine in die Ferien. Wird alles klappen, gefällt’s den Kindern, schafft er das alleine… ? Eine Zeit in der er selber froh gewesen währe etwas emotionale Unterstützung zu haben. Das hat ihm sehr zu schaffen gemacht. Darum wurde er stiller, zog sich zurück und da passierte es… Anstatt das ich ihn unterstützen konnte überrollte mich die Verlustangst. Und zwar so dermassen, dass es mich in eine richtig grosse Krise riss.
Ich habe immer mal wieder mir Verlustängsten zu kämpfen aber dieses mal waren sie so heftig, das hat selbst mich total Überrascht und überfordert. Nicht nur das ich diese Angst hatte, es wurde so körperlich das mir übel war und ich mit Dissoziation zu kämpfen hatte. Ich wusste, ich kann nicht mit meinem Freund reden. Oder nicht so wie ich es gerne wollen würde. Er hat es dennoch gespürt und wir haben dann auch kurz geredet aber anstatt das er mir die Sicherheit geben konnte die ich gebraucht hätte, zog er sich noch weiter zurück weil er mit dieser Heftigkeit nicht gerechnet hatte und schon gar nicht umgehen konnte.
Das Ergebnis war… praktische Funkstille. Die Woche durch gab’s es mal das ein oder andere Foto aber das war’s. Nachrichten kamen spärlich rein, was alles nur noch schlimmer machte. Natürlich merkte er das es mir nicht gut ging, wir haben kurz telefoniert aber ich merkte wie distanziert er war und eigentlich nicht mit mir reden wollte. Und so beendeten wir das Telefon nach nicht mal 5 Minuten. Ich lag weinend im Bett und wusste einfach nicht mehr wohin mit mir. Mir wurde übel, ich zitterte und ich merkte genau das ich zu dissoziieren begann. Das hielt dann mehrere Tage an.
Da hab ich mich überwunden meiner Therapeutin eine Mail zu schreiben. Ich erzählte ihr was grade los ist, was das mit mir macht, das ich nicht wisse wie ich damit umgehen soll und ich hoffte einfach auf ein par Tipps, oder einen Termin. Was da kam hat mich aber sehr getroffen und ehrlich gesagt hat dieses verhalten etwas kaputt gemacht. Also zur Beziehung zu meiner Therapeutin. Es kam nämlich nur ein knappes Mail das sie das zwar verstehe aber ich doch mit meinem Freund reden soll. Diese Antwort traf mich härter, als ich erwartet hätte. Ich hab ihr dann geschrieben das ich das schon gemacht habe so gut es geht aber das es nicht einfach ist und das er sich zurück gezogen hat. Das ich nicht weiss wie ich mit all dem umgehen soll und kann. Da kam keine Antwort mehr.
Und ehrlich, das hat mich nicht nur einfach getroffen, sondern es hat wirklich etwas kaputt gemacht.
Wir hatten eigentlich die Abmachung das Ende Jahr ein Gespräch stattfinden sollte um zu schauen wie es gelaufen ist. Also nach etwas mehr als 4 Monaten. Ich hätte schreiben sollen. Und jetzt, 4 Monate nach dem das hätte passieren sollen, denke ich immer noch jeden Tag, dass ich eigentlich schreiben sollte. Einen Termin erbitten sollte, aber ich kann nicht über dieses Schatten / diesen Riss springen. Viele würden jetzt sagen, stell dich nicht so an, aber es fühlt sich einfach scheisse an. In meiner damals grössten Not seit langem, lässt sie mich einfach stehen und zeigte mir einmal mehr, das ich mich auf niemanden wirklich verlassen kann, nicht mal auf meine Therapeutin.
Ehrlich, ich fühle mich irgendwie verraten, als Last und unbequem. Was hab ich denn da noch verloren?
Ja, ich kann sie förmlich hören wie sie mir sagen würde; Sie haben’s ja geschafft?! Sie sind jetzt mit ihrem Freund zusammengezogen. Ja klar, aber diese 2 Monaten, waren die Hölle für mich. Es hat so viele Ängste ausgelöst, so viele Selbstzweifel, es ging mir so schlecht wie lang nicht mehr. Dazu wurde meine innere Kritikerin, durch das verhalten meiner Therapeutin, noch bestätigt. So kämpfte ich gegen 2 Fronten.
Einmal mehr habe ich gelernt, das Schweigen verletzen kann. Und ja, es ist wichtig sich selbst ernst zu nehmen, auch wenn die Menschen, die eigentlich das sein sollten um zu helfen, es nicht tun.
Ich schreibe das hier, weil ich weiss, dass es viele Ähnliches erlebt haben, und es ist okay, sich verletzt zu fühlen. Ja, auch heute noch. Auch wenn ich nicht weiss, wie ich weiter gehen soll. Ich weiss, ich müsste mich melden, nur schon für mich um ihr das zu sagen was es mit mir gemacht hat. Einen Abschluss zu finden. Denn ich kann mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen die Therapie bei ihr weiter zu machen. Sollte es wichtig sein. Denn das Vertrauen ist kaputt.
Hast du jemals das Gefühl gehabt, allein gelassen zu werden, obwohl man dir Hilfe versprochen hat? Es tut weh und es ist in Ordnung, darüber zu sprechen.
Ich habe mir lange Gedanken gemacht, also genau genommen immer wieder die letzten Monate, warum ich es einfach nicht schaffe, ihr zu schreiben, den Termin zu machen. Warum ich diesen Schritt nicht gehe, obwohl ich weiss, dass ich es sollte.
Heute verstehe ich es besser. Auch wenn ich manchmal noch immer damit hadere.
Mein Vertrauen wurde verletzt. Und zwar genau in einem Moment, in dem ich Hilfe gebraucht hätte. In solchen Momenten reagiert nicht nur der Kopf, sondern das ganze System. Wenn ein Mensch, dem wir vertrauen, uns in einem Moment der Not nicht auffängt, dann bleibt das nicht nur eine Enttäuschung, es wird zu einer Erfahrung, die sich im Nervensystem speichert. Besonders dann, wenn man, so wie ich, ohnehin mit Verlustangst zu kämpfen hat.
Das Schweigen meiner Therapeutin hat etwas in mir berührt, das ich schon kannte:
Das Gefühl, allein gelassen zu werden, wenn es wirklich ernst wird und darauf ankommt.
Mein Rückzug ist also kein Trotz, auch wenn es sich heute manchmal noch so anfühlt und ich mich dabei ertappe zu denken, ich würde trotzig reagieren. Es ist kein „sich anstellen“.
Sondern Schutz.
Ein Teil in mir sagt heute:
Geh da nicht nochmal hin. Das hat wehgetan.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich es nicht schaffe, diesen Schritt zu gehen.
Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis:
Dass ich mich dafür nicht verurteilen muss. Manchmal ist Nicht-Handeln kein Versagen, sondern ein Zeichen dafür, wie sehr etwas mich berührt hat.
Ich kenne das zu genüge.
Darum lasse ich auch nur wenige näher an mich ran.
Besteht die Möglichkeit das du die Therapeutin wechselst, falls du Therapiebedarf hast?
Die Möglichkeit besteht immer, nur die frage ist, findest du jemand der Platz hat. Und ehrlich… ich hab da echt meine Probleme. Noch mal von vorn anfangen? Noch mal die Ganze Geschichte erzählen… Im Moment hab ich echt mühe mich auf was neues einzulassen. Aber sollte es mir deutlich schlechter gehen, werd ich wohl nicht drum rum kommen.
Liebe Alexandra
oh ja, das mit dem Vertrauen kenn ich zu gut. Ich vertraue auch nur sehr sehr wenigen Menschen!. Eigentlch fast gar kenen. Meiner Mutter ja, der ja, aber sonst? Auch wie Du kann ich mit meinen Mann oft nicht über mich sprechen. Da ist irgendwie eine Blockade…..
Der einzigsten, der ich wirklich 100% traue, ist mir selber!!
liebe Grüße
Anja
🫂