Das bin ich, Das Leben, Leben mit einer K-PTBS

Warum Scham so schwer ist abzulegen

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Guten Morgen meine liebe Seele,

ich war schon einkaufen und jetzt merk ich grade das es ja schon wieder Donnerstag ist und somit etwas zum Thema Traum ansteht. Heute möchte ich etwas tiefer in das Thema Scham abtauchen, denn das ist ein sehr präsentes Thema bei Trauma.

Dann lass mich los legen.


Gestörte Selbstwahrnehmung | Verstecken

Scham.

Das Wort klingt schon so schwer, findest du nicht auch? Ich hab mich so oft gefragt warum ich dieses Gefühl einfach nicht los werde, warum es mich auch heute noch fast täglich begleitet, mal mehr, mal weniger. Ganz weg ist es nie.

Erst im Verlauf der Therapie hab ich gelernt das Scham tatsächlich eines der schwersten Gefühle ist , die man loslassen oder transformieren kann. Dafür gibt es mehrere psychologische und neurobiologische Gründe:

1. Scham greift das Selbst an – nicht nur das Verhalten

  • Schuld sagt: „Ich habe etwas falsch gemacht.“
  • Scham sagt: „Ich bin falsch.“

Diese innere Botschaft betrifft nicht, was du getan hast, sondern wer du bist.
Darum sitzt Scham viel tiefer — sie wird zu einem Teil der Identität, nicht nur zu einem Gefühl.

In meinem Leben hab ich genau dies früh gelernt. Und bewusst wurde es mir erst als ich mit meiner Traumatherapie begonnen habe. Ab legen konnte ich diese noch immer nicht, auch nacht nach 5 Jahren Therapie, denn ja, sie sitzt einfach sehr tief. Klar, inzwischen ist sie mir bewusst, wenn sie auftaucht, sie ist meist nicht mehr so stark wie früher, aber bis die ganz weg ist wird es wohl noch sehr viel Übung und Bewusstsein brauchen. Da helfen dann aussagen nicht „Ach, du hast doch gar keinen Grund dich zu schämen.“ oder „So schlimm ist das doch gar nicht.“ „Andere haben ganz andere Probleme.“ Doch, für mich ist das ein Grund, auch wenn du das nicht so siehst. Doch, für mich ist das so schlimm und ja, genau das sag ich mir in dem Moment auch und schäm mich gleich noch mal weil ich mich für so was „banales“ schäme.

2. Scham entsteht sehr früh

Scham ist oft eines der frühesten sozialen Gefühle, die wir als Kinder lernen, meist dann, wenn wir Zuwendung verlieren:

  • „Ich bin zu laut, also werde ich nicht gemocht.“
  • „Ich brauche zu viel, also bin ich falsch.“
  • „Ich bin dumm, also bin ich eine Belastung.“

Wenn sich diese Erfahrungen wiederholen, wird Scham in das Nervensystem eingebrannt – sie wird zur automatischen Körperreaktion auf Nähe, Verletzlichkeit oder Fehler. Das macht sie unglaublich zäh.

Als Kind gab es viele solche Situationen. An eine Begebenheit kann ich mich noch so gut erinnern. Mein Vater hat mich vor jemanden lächerlich gemacht den ich sehr mochte. Ich hab ein Bild zeichnet, ich weiss n nicht mehr was es war, aber in seinen Augen. wars falsch und lachte mich aus und sagte auch etwas in der Richtung zu diesem anderen Jemand. Wie alt ich da war, keine Ahnung, da fehlt mir das Gefühl führ. Aber später gab es auch immer wieder solche Situationen wo er mir meine Gedanken und Gefühle absprach und sie ins lächerliche zog. Später in. der Schule das selbe, da litt ich sehr unter Mobbing. Dann, mein. erster freund, er machte das selbe wie mein Vater früher, er machte mich vor unseren. Freunden lächerlich, behandelte mich schlecht… Und so war Scham etwas das immer wieder zementiert, befeuert wurde, und dann so schlimm wurde das ich mich kaum bewegen konnte ohne mich für irgend etwas zu schämen. Ja, heute ist es einiges besser aber eben… sie ist da, manchmal leise im Hintergrund, manchmal laut. Manchmal kann ich dennoch weiter machen, manchmal lähmt sie mich noch.

3. Scham isoliert, sie will, dass man sich versteckt

Scham führt fast immer zu Rückzug: man will sich verstecken, klein machen, unsichtbar sein.
Doch das verhindert genau das, was man bräuchte, um sie zu heilen – Verbindung und Mitgefühl.

Darum bleibt Scham oft im Verborgenen, unverändert und unverarbeitet.

Ja genau. Schon als kleines Kind zog ich mich zurück. Ich hatte fast keine Freunde. Nur ein Junge, mit dem ich aufgewachsen bin, später kam meine Seelenschwester dazu. Sie beide kommen aber auch aus einem schwierigen Umfeld und sie waren anders als die „normalen“ Kinder. aber auch da, ich war lieber für mich alleine, zu Hause, in meinem Zimmer. Ich beteiligte mich auch später in der Schule. Ich war in keiner Clique noch hatte ich eine Freundeskreis. Warum denn auch. Sie haben mich schlecht behandelt, also war es sicherer für mich alleine zu Hause zu sein. Und das ist bis heute so. Ich hab meinen Partner, meine Seelenschwester und das wars. neue Leute kennenlernen? Ein Albtraum!!

4. Scham braucht Sicherheit, um sich zu lösen

Scham kann sich nur auflösen, wenn jemand sicher genug ist, um sie zu fühlen, ohne von ihr verschlungen zu werden.

Das passiert in Momenten von:

  • Mitgefühl (von sich selbst oder anderen),
  • Verständnis („Ah, deshalb fühle ich das so“),
  • Annahme („Ich darf so sein, auch wenn ich Fehler mache“).

Heilung von Scham geschieht also nicht durch Kontrolle oder Logik, sondern durch Zuwendung und Sicherheit.

Tja, und da sind wir dann wieder beim Verständnis haben für sich selber. Damit tu ich mich immer noch sehr schwer. Annehmen, ja, ich nehme es an das es so ist, aber die innere Kritikerin ist da immer noch laut und nur allzu gerne bereit mir da noch eins auszuwischen. Vielleicht hilft mir das Mitgefühl meines Freundes, wenn er es dann weiss. Schliesslich geh ich mit diesem Gefühl nicht hausieren. Ich weiss gar nicht ob er weiss wofür ich mich alles schäme. Darüber hab ich noch nie wirklich geredet. Sollte ich vielleicht mal tun.

5. Scham ist ein Schutzmechanismus

Viele Menschen mit Trauma (besonders Bindungs- oder Entwicklungstrauma) tragen Scham in sich, weil sie ihnen früher geholfen hat zu überleben:

„Wenn ich glaube, ich bin das Problem, habe ich wenigstens die Kontrolle. Dann kann ich mich anpassen und vielleicht bleibe ich sicher.“


So wird Scham zu einer Überlebensstrategie. Und solche Strategien legt man nicht einfach ab, man dankt ihnen und ersetzt sie langsam durch neue Wege.

Jaja… ich weiss. Da arbeite ich dran. Noch immer… Es ist schon besser, aber eben, wie schon oben erwähnt für meinen Geschmack immer noch zu viel, zu laut. Ich wünsche mir das ich irgendwann frei davon bin oder zumindest sie mich nicht mehr so klein hält.

Meine Scham hat mir eine gestörte Selbstwahrnehmung beschert. Sie hat mich zum Rückzug gezwungen, sie veranlasst mich dazu mit gesenktem Blick durch das Leben zu gehen. Heute nicht mehr so oft wie früher. Aber wenn ich unterwegs bin, zwischen. Menschen, dann ist das noch immer so. So nach dem Motto: Seh ich sie nicht, sehen sie mich nicht.

Die verschiedenen Facetten von Scham

  • Soziale Scham: Entsteht durch die Angst, nicht dazuzugehören, oder durch das Brechen gesellschaftlicher Normen.
  • Körperliche Scham: Bezieht sich auf das eigene Aussehen oder Nacktheit.
  • Interne vs. Externe Scham: Interne Scham entsteht, wenn eigene Ideale nicht erfüllt werden; externe Scham, wenn Erwartungen anderer enttäuscht werden.
  • Fremdscham: Das Empfinden von Scham für das peinliche Verhalten anderer.
  • Toxische (chronische) Scham: Ein tief sitzendes Gefühl, „falsch“ oder „nicht gut genug“ zu sein, oft verursacht durch Traumata. 

Bei mir ist es in erster Linie die toxische (chronische) Scham. Aber was bei mir auch sehr stark ausgeprägt ist, ist das fremd schämen. Körperliche Scham gesellt sich hi und da auch dazu aber nicht mehr so stark wie früher.

Merkmale und Reaktionen:

  • Körperlich: Erröten, Schwitzen, Herzklopfen, Atemnot, Magenverstimmungen.
  • Verhalten: Der Wunsch, im Boden zu versinken, „Sich-klein-machen“, Blickkontakt vermeiden oder Starre.
  • Abgrenzung zur Schuld: Während Schuld auf eine falsche Handlung bezogen ist, bezieht sich Scham auf das gesamte Selbst („Ich bin falsch“ statt „Ich habe etwas Falsches getan“).

Ja, Scham… Irgendwann würde ich mich freuen sie dankend verabschieden zu können und freu davon zu sein. Ich stell mir ein Leben ohne sie leichter vor. Befreiter.


Danke das du wieder bis zum Schluss dabei warst. Das du dir das rein gezogen hast. Das ist nicht selbstverständlich.

Ich wünsche dir einen schönen Donnerstag, und vielleicht, aber nur vielleicht, lesen wir uns heute noch mal. aber denke eher nicht. den Beitrag den ich noch vorhabe zu schreiben dauert etwas länger als gedacht. Ich will ja immer noch die App vorstellen. Wird sicher noch kommen muss nur überlegen wie ich den sauber darstelle, so das es nicht zu viel wird. Da bin ich noch nicht zufrieden .

Alles Liebe, Alexandra

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