📅 20. August 2026
🌦️ Angenehmer Start in den Tag, 19-27 °C
Hallo du liebe Seele 🤍
Mir werden oft Sätze um die Ohren gehauen wie…
- Du arbeitest ja nicht.
- Du machst ja gar nichts.
- Du bist ja nur zu Hause, kannst machen was du willst. Den Tag so einteilen wie es dir passt.
- Du hast doch gar keine Termine.
Also wovon sollst du dich denn erholen müssen?
Ja, so denke ich tatsächlich heute manchmal auch noch. Ich weiss das ja alles selbst. ich lebe genau dieses Leben. Aber ich musste lernen, dass „nichts tun“ und stillsitzen nicht automatisch Erfolg bedeutet. Nicht mal wenn ich 10 Stunden schlafen würde.
Denn…
- von aussen siehst du eine Frau, die auf dem Sofa sitzt, gemütlich eine Serie schaut oder ein Buch liest.
- von aussen siehst du eine Frau, die nicht arbeitet und zu Hause manchmal nur das nötigste macht.
- von aussen siehst du eine Frau die draussen in der Sonne liegt.
- und von aussen siehst du eine Frau, die schläft.
Trotzdem… Nichtstun heisst nicht automatisch das ich ruhig bin.
Und Ruhe ist nicht automatisch Regulation.
Und schon gar nicht ist Regulation immer das gleiche wie Erholung…
… denn mein Nervensystem arbeitet weiter.

Innerlich laufen Beziehungsthemen, Gespräche, Fragen, Erinnerungen und Unsicherheiten weiter… Manchmal sogar ohne Pause, manchmal 24/7
Das war schon immer so. Auch wenn ich weniger gemacht habe oder lange geschlafen habe, fühlte ich mich nicht automatisch erholt.
In den letzten Jahren, seit ich nicht mehr arbeiten muss, dachte ich mir warum das denn jetzt nicht besser wird. Was stimmt mit mir nicht? Wenn ich dann auch noch Sätze wie die oben höre, schämte ich mich und hatte ein schlechtes gewissen.
Irgendwann entstand die Frage;
Was braucht mein System eigentlich, damit aus „nichts tun“ wirklich Erholung wird?
Als diese Frage auftauchte, beobachtete ich mich mal etwas genauer, Was hilft mir mich erholt zu fühlen? Und zwar auch dann, wenn mein Nervensystem im Dauereinsatz ist. Und ehrlich, das ist gar nicht so einfach. Also ein Generalrezept gibt es nicht, aber es gibt Dinge die mir manchmal helfen etwas ruhiger zu werden.
Ja, vielleicht ist es nicht die klassische Vorstellung von Ruhe. Vielleicht ist es eher eine Form von Ablenkung. Aber das ist dennoch nicht nichts. Mein Kopf kommt zur Ruhe, oder wenigstens wir der für die zeit, in der ich diese Dinge tue, ruhiger.
Vielleicht muss Erholung für mich nicht immer bedeuten, das ich nichts tue. Vielleicht bedeutet sie manchmal einfach, dass ich etwas tue, bei dem mein Inneres endlich einmal nicht arbeiten muss. Aber nur dann, wenn ich selbst entscheiden kann, was ich gerade brauche.
Denn sobald aus „Ich möchte“ wieder ein „Ich muss“ wird, ist ein teil der Erholung schon wieder verloren.
Musik ist so eine Sache. und das Mitsingen oder Summen. Denn da kann ich mich nicht auf beides konzentrieren. Und Summen hat zusätzlich einen Einfluss auf den Vagusnerv, der eine wichtige Rolle beim Stressabbau spielt.
Dann Kreativität. Egal ob das schreiben, zeichnen, Blog-Gestalltung, fotografieren oder philosophieren ist.
Sobald mein Kopf wirklich mit anderem gefordert ist, kann es mir wirklich helfen runterzukommen. Kann… hilft aber nicht immer. Gerade in Phasen, in denen ich sehr aktiviert bin und viel Unsicherheit herrscht, klappt nicht mal mehr das. Vielleicht gehört auch das dazu: nicht aus jeder Beobachtung sofort eine Lösung machen zu müssen.
Aber es ist gut zu wissen, dass ich Werkzeuge habe, die mir helfen, Ruhe zu finden.
Was aber paradox ist, ruhe, im Sinne von chillen und liegen oder gar schlafen am Tag, hat die gegenteilige Wirkung, es stresst mich zusätzlich, weil da Wiede was anderes aktiviert wird.
Aber was bedeutet es denn nun für mich ruhig zu sein. Oder anders gesagt, an was merke ich das ich ruhig werde?
Das wichtigste Anzeichen davon ist, wenn ich nicht ständig alles scannen und analysieren. heisst, nicht ständig die Umgebung analysiere. Die Menschen um mich rum.
Wenn meine Stimmen im Inneren leiser werden und ich nicht ständig das Gefühl habe mich erklären, rechtfertigen zu müssen. Wenn ich einfach so sein kann wie ich bin…
Und wenn ich wieder voller Lust Dinge tue, die mir spass machen.
Das sind Anzeichen das ich wieder bei mir bin.
Aber es ist nicht einfach zu erreichen. Denn je mehr reize (Menschen, laute Geräusche, Anforderungen / Erwartungen …) vorhanden sind und gleichzeitig weniger Selbstbestimmung möglich ist, je schwerer wird es diese Ruhe zu erreichen.
Mein Nervensystem scheint besser mit Dingen umgehen zu können, wenn ich wählen darf, was ich grade brauche.
Und vielleicht ist die eigentlich Frage gar nicht; „Was muss ich tun, um mich zu erholen?„
Sondern…
„Darf ich selbst entscheiden, was sich für mich grade nach Erholung anfühlt?“
Danke, dass du ein Stück dieses Kapitels mit mir gegangen bist

„Darf ich selbst entscheiden, was sich für mich grade nach Erholung anfühlt?“
Ja – darfst du!
Und das du nicht arbeiten gehst, liegt daran das du krank bist. Das hat nichts mit Faulheit zu tun!
Ich erhole mich nicht unbedingt dabei mit einem Buch auf der Dachterrasse oder einfach vor dem Fernseher zu liegen.
Oft ist es eher ein Spaziergang, eine Runde mit dem Fahrrad, Gartenarbeit oder sogar kochen, was mir die richtige Entspannung bringt.
Kopf hoch – du bist genug, so wie du bist.
Tja… das siehst du, das sehen andere auch, aber viele eben auch nicht.
So hat jeder seine eigenen Werkzeuge um sich zu erholen. Gartenarbeit wär sicher auch eins der Dinge die mir helfen würden mich zu erholen.
Danke… genug? Vielleicht… Vielleicht aber auch zu viel…
Die haben alle keine Ahnung wie anstrengend und kräftezehrend die einfachsten Dinge sind.
Die IV haben wir ja nicht bekommen, weil wir gesund sind – das sage ich denen dann auch mal ganz gerne. Meine Schwester sagt oft: Du kannst gerne mal ein paar Stunden in meinem Kopf verbringen, da ist es nie ruhig, es gibt keine Stille und die Gedanken sind nicht schön.
Die meisten NT sind halt bornierte Ignoranten.
Das kann Jahrzehnte dauern bis man sich mal wieder erholt fühlt – oder auch nie wieder eintreten. Vor allem ist es wichtig auf sich zu hören und nicht auf andere Leute.
Du bist auf dem richtigen Weg, hast Werkzeuge gefunden, die dir helfen und Scham ist ganz und gar nicht nötig.
Mir hilft es auch, Dinge zu tun auf die ich mich konzentrieren muss – Zen halt – dann hat alles andere kein Platz.
Ja, da hast du natürlich recht. Aber hab da auch schon mal sowas wie… „Ja von Betrug haben wir ja alle schon mal gehört“ vor den letzt geknallt bekommen. Was sagt man da dann?
Ja, das lerne ich grade… Scheiss schwer.
Das sagst du so leicht.
Aber ja, ich bin froh hab ich diese Werkzeuge gefunden.
Boah, das hat sich bei mir noch keiner getraut. Das ist ja scheissfrech. Als würde man diese Demütigungen von der IV freiwillig über sich ergehen lassen.
Nächstes Mal sagst du, dass seit den vielen IV-Revisionen ein Betrug nicht mehr möglich sei.
Ich weiss – doch du schaffst das!
Sagen tut sich immer alles leicht, doch wenn man dran bleibt, bemerkt man plötzlich, dass es doch funktioniert.
Mich hat immer angetrieben, dass wenn ich aufgeben würde, meine Peiniger/Mobber etc. gewonnen hätten und das liess mein Sturkopf nicht zu.
Tja, anscheinend denken. die so. Die wissen ja nicht was man da alles durchlaufen muss bevor man überhaupt einen Antrag stellen kann. Geschweige was dann passiert bis dann der entscheid kommt.
Ja, bleibe drann…
🤣 Mein Antrieb ist einfach das Leben. Trotz allem finde ich es schön. Meine Kinder, meine Enkel… Ich möchte ja sehen wie die Aufwachsen und was aus ihnen wird. Nein, aufgeben ist keine Option.