Leben mit einer K-PTBS

Zwei Jahre später – ein Blick zurück

8 bis 18 Grad

Hallo du liebe Seele 🤍

Diese Woche hatte ich eigentlich ein ganz neues Thema geplant. Aber manchmal ist der Kopf voll und das Leben schneller als die Worte. Und so bin ich zurückgereist.

Zurück zu einem Text, den ich vor zwei Jahren geschrieben habe:

Und beim Lesen hab ich mich gefragt: Was würde ich der Alexandra von damals heute sagen?

  • Würde ich ihr widersprechen?
  • Würde ich sie in den Arm nehmen?
  • Oder würde ich ihr einfach nur sagen: „Ich verstehe dich.“

Und so habe ich den alten Text noch einmal gelesen. Nicht um ihn zu bewerten. Sondern um zu schauen, was sich verändert hat. Und vielleicht auch, was geblieben ist.

Denn manche Dämonen sind leiser geworden. Manche tragen inzwischen einen Namen. Und manche haben sich als Schutzmechanismen entpuppt.

Und so sitze ich hier, zwei Jahre später, und stelle mir ein paar Fragen…

Welche meiner Dämonen begleiten mich heute noch?

Oh da sind noch einige, und dummerweise sind neue dazu gekommen. Oder sagen wir eher so, manche sind in der Zeit nach dem Tod meines Mannes gegangen, aber einige die gegangen sind, haben wieder aufgeschlagen. Die dachten sich wohl:

Oh, sie ist wieder in einer neuen Beziehung, das kann lustig werden. Und zu ihm gezogen ist sie auch? Einfach perfekt.

Der Dämone Namen’s Scham ist mit grossem Auftritt zurück und hat es sich die letzten Monate echt gemütlich eingerichtet, und scheint nicht so als würde er sich dazu entschliessen bald wieder das Weite zu suchen.

Und auch der Dämon mit Namen schlechtes Gewissen, dachte sich: Komm, sie kennt mich ja schon, also kann ich auch gleich bleiben.

Und natürlich die Chef-Dämonin, die innere Kritikerin. Sie schwingt in den letzten Monaten sehr gerne und sehr oft ihr Zepter, delegiert wenn sie selbst zu viel kritisieren muss, an Scham und schlechtes gewissen und wenn das alles nichts hilft, ruft sie nach dem Henker-Dämon Verlustangst.

Und einige Dämonen kenn ich noch nicht beim Namen. Ich höre sie, spüre sie aber ich kenne sie noch nicht wirklich.

Ja, manchmal muss ich es einfach mit Humor nehmen, sonst würde ich echt an mir verzweifeln. 🫣

Welche sind leiser geworden?

Hm… 🤔

Welche sind leiser geworden?

Ich denke, die Dämonin Selbsthass ist leiser geworden. Auch der Dämon des völligen Unverständnisses mir selbst gegenüber ist nicht mehr ganz so laut. Und die innere Kritikerin, die mir ständig einreden wollte, ich sei komplett falsch, ist ebenfalls leiser geworden.

Meistens zumindest.

Ausser sie hören das Blaulicht des Nervensystems aufheulen, weil von aussen ein Trigger gekommen ist.

Dann, ja dann, sind sie oft schneller zur Stelle, als mir lieb ist. Als hätten sie nur darauf gewartet, endlich wieder mitmischen zu dürfen. 🫣

Welche habe ich inzwischen besser verstanden?

Nach 2 Jahren intensivem versuch zu verstehen, glaube ich langsam zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen. Nicht immer in jedem einzelnen Moment aber so im Nachhinein und langsam.

Was allerdings immer noch frustrierend ist, das ich weiss, egal wie gut ich es versteh die Zusammenhänge erkenne, es ändert nichts daran das es weniger wird. Im Moment noch nicht… ja, ich bin ungeduldig und ja, Heilung sieht anders aus als das ich es mir immer gedacht, erhofft hatte aber ich mach weiter, bleibt mir ja auch nichts anderes übrig. 🤷🏻‍♀️

Wo kämpfe ich nicht mehr gegen mich selbst?

Ehrlich? Hui…. der hat gesessen. Denn ich kämpfe noch immer gegen mich selbst. Nicht mehr über all zu jeder Zeit. An manchen Stellen weniger als früher oder weniger lang. Aber der Kampf ist immer noch sehr präsent… Das haben die letzen Wochen und Monate gezeigt. Ich hab so lange gehen mich gekämpft das mein Körper inzwischen ständig mit dem Megaphon rein schreit.

Da hab ich definitiv noch ein grooooosses Lernfeld 😵‍💫

Wo wünsche ich mir noch Veränderung?

😅 Muss ich da wirklich antworten? Oder ahnst du schon was ich jetzt sagen werde?

Überall wünsch ich mir das. Soll ich aufzählen? Nein, sag nur, ich wünschte ich könnte mein kPTBS einfach abgeben. So nach dem Motto…

Danke, ich habs probiert, jetzt brauch ich’s nicht mehr, soll sich doch jemand anders drum kümmern. Ich bin raus! 🖕🏻

Ich bin einfach so erschöpft, vom kämpfen, vom beobachten, vom anpassen, von der Angst…

Vielleicht wär es einfach wenn ich einfach hinstehen und meinem Spiegelbild sagen könnte:

Hey, das sind wir. So wie wir sind, ist es gut, gut genug, nicht falsch, nicht perfekt und trotzdem richtig.

Was hätte die Alexandra von damals wohl nie für möglich gehalten?

Das eine Liebe in unser Leben rauscht, mit voller Wucht. Und das sie alles durcheinander bring. Nicht nur die Beziehung zwischen meinem Sohn und mir sondern ganz viel in mir selbst, zu beginn zumindest. Denn eigentlich sollte man meine das Liebe alles leicht macht und nicht schwerer. 🥺

Das ich es wage, weg zu ziehen. Weg von meinem Safespace. 😱

Das meine Welt irgendwann so viel grösser wird, ich trotz Angst mehr wage. 🏍️

Das ich mich noch mal mit Kindern beschäftigen muss. Und vieles mehr was mir grade so spontan nicht in den Sinn kommt, denn grade bin ich etwas überwältigt. 🫢

Worauf bin ich heute stolz?

😮‍💨 Was für ein grosses Wort. Stolz, das mag ich nicht, das mochte ich noch nie, das klingt so… arrogant.

Sagen wir mal so, ich bin dankbar, das ich den Mut hatte mich auf dieses neue Abenteuer einzulassen. Und vor allem das ich die Kraft hatte dem Gegenwind stand zu halten. 🌬️

Was würde ich ihr gerne sagen?

Es wird alles gut. Nicht leichter, anders. Vielleicht sogar am Anfang schwerer als erhofft, gedacht. Und doch, es wird wunderbar werden. Du wirst so viele schöne Momente erleben. So viel neues erleben und sehen, und das mit einem Menschen den du liebst und der dich liebt. Also halte einfach durch.

Und vielleicht die wichtigste Frage: War ich wirklich von Dämonen umgeben? Oder war ich einfach ein Mensch, der lange nicht verstanden hat, warum er so fühlt, wie er fühlt?

Ja, sie fühlen sich manchmal noch immer wie Dämonen an.

Laut.
Anstrengend.
Manipulativ.

Und doch weiss ich heute etwas, das die Alexandra von damals noch nicht wusste. Sie sind nicht gekommen, um mich zu zerstören.

Sie sind entstanden, weil etwas in mir überleben wollte. Und vielleicht verstehe ich auch heute noch nicht immer, warum ich fühle, wie ich fühle.

Aber ich verstehe mich ein kleines bisschen besser.

Und manchmal ist das schon genug.


Ja, das war jetzt doch ein etwas anderer Beitrag als ich geplant hatte. Aber so ist es manchmal einfach.

Jetzt wünsche ich dir einen schönen Nachmittag und viel Spass heute Abend beim Eröffnungsspiel der WM 🙌🏻

Und wenn die damit nichts am Hut hast, mach es dir gemütlich und geniess den Abend bei dem was dir spass macht.

Alles liebe, Alexandra

2 Gedanken zu „Zwei Jahre später – ein Blick zurück“

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