
Guten Morgen du liebe Seele 🤍
Ich hoffe du bist gut in’s Wochenende gestartet. Hier ist es ja wirklich … wie soll ich es nett ausdrücken? Fuckig kalt. 🥶 Es ist grade knapp halb 9 Uhr und wir haben 13 Grad. Um 5 wars 9!! Wenigstens soll’s heute trocken bleiben und auch bissi Sonne geben und immerhin am Nachmittag die 20 Grad knacken.
Das Wetter der letzten Tage, und die die. noch kommen sollen, reihen sich in diese veränderliche Reihe ein. Alles dabei, über Sonne, kalt, regen… und das sicher mal die kommenden Tage. Und sie machen der Schafskälte alle ehre.
Was Schafskälte, bitte was? Ja, die Schafskälte ist ein Wetterphänomen (kalte Polarluft), welches in Mitteleuropa seit Jahrhunderten beobachtet wird und jedes Jahr im Juni für Aufsehen sorgt. Zwischen dem 4. und 20. Juni kommt es häufig zu diesem plötzlichen Kälteeinbruch. Das kommt davon weil kühler Luftmassen aus dem Norden zu uns fliessen. Diese bringen nicht nur die Temperaturen spürbar zum sinken, sondern haben auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft, Tierhaltung und den Gartenbau.
Besonders gefürchtet ist dieses Phänomen von Landwirten, die ihre Schafe bereits geschoren haben, weshalb es dieser Zeit den markanten Namen einbracht hat. Auch für Hobbygärtner und Naturfreunde hat die Schafskälte eine hohe Relevanz, denn sie entscheidet oft darüber, ob empfindliche Pflanzen weiter gedeihen oder durch die ungewohnte Kühle Schaden nehmen.
Wenn man in alten Wetterchroniken nach schaut, findet man immer wieder Jahre wo die Schafskälte besonders zugeschlagen hat. Hier ein par Beispiele….
Die Schafskälte-Chronik

1926: Frost im Juni – eine der markantesten des frühen 20. Jahrhunderts.
In Teilen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz wurden Bodenfröste gemeldet. Aufzeichnungen sprechen von Temperaturen, die örtlich 10 Grad unter den damaligen Juni-Mittelwerten lagen.
1952: Schnee auf vielen Alpenpässen – In manchen Regionen Österreichs mussten Tiere kurzfristig wieder tiefer gebracht werden.
Solche Ereignisse waren damals ein Grund, weshalb Bauern die Schafskälte sehr ernst nahmen.
1962: Die nasse Schafskälte – anhaltender Kaltlufteinbruch für tagelangen Regen, Wind und Temperaturen um lediglich 10 bis 13 °C in vielen Regionen Deutschlands und der Schweiz.
1975: Der berühmte Temperatursturz – Nach frühsommerlichen Temperaturen über 25 °C folgte ein massiver Kaltlufteinbruch.
Innerhalb weniger Tage verloren viele Orte 10 bis 15 Grad. In den Alpen fiel Schnee, während im Flachland Dauerregen dominierte.
1984: Schnee bis ungewöhnlich tief – Einen der stärksten Kälterückfälle der Nachkriegszeit.
In Teilen der Schweiz und Süddeutschlands wurden Tageshöchstwerte unter 10 °C gemessen. In den Alpen fiel Schnee bis in relativ tiefe Lagen.
1987: Die Schafskälte mit Dauerregen – In Deutschland, Österreich und der Schweiz führte die Schafskälte zu mehreren Tagen mit Starkregen und Hochwasser kleinerer Flüsse.
2010: Die moderne Extrem-Schafskälte – Dies ist eines der bestdokumentierten Ereignisse der letzten Jahrzehnte.
Anfang Juni traf zunächst kalte Luft ein. Danach wurde es kurzfristig sommerlich warm. Am 20. Juni folgte ein zweiter markanter Kälteeinbruch.
In den Alpen sank die Schneefallgrenze auf etwa 1400 Meter. Auf manchen Bergen wurden bis zu 50 cm Neuschnee gemessen.
2018: Die verspätete Schafskälte – 2018 kam der Kälterückfall erst am 21. Juni und damit eigentlich schon ausserhalb des klassischen Zeitfensters.
Das sind nur die in den letzten 100 Jahren. Davor gab es natürlich auch noch Aufzeichnungen.
Die Schweiz als Schafskälte-Hotspot 🇨🇭
Für die Schweiz ist besonders interessant, dass die Schafskälte statistisch tatsächlich nachweisbar ist.
Die Auswertungen von Davos zeigen in mehreren Klimaperioden einen wiederkehrenden Temperaturrückgang zwischen etwa dem 10. und 18. Juni. In der aktuellen Referenzperiode 1991–2020 ist die Schafskälte noch vorhanden, aber deutlich schwächer ausgeprägt als früher.
MeteoSchweiz weist darauf hin, dass Kaltlufteinbrüche im Juni regelmässig Neuschnee bis in Passlagen bringen können. Besonders in Davos und anderen höher gelegenen Regionen ist dieses Muster gut erkennbar.
Quelle: MeteoSchweiz
Frühere Meteorologen kamen auf eine Eintrittswahrscheinlichkeit der Schafskälte von bis zu 89 %. Neuere Auswertungen zeigen jedoch, dass sie deutlich seltener geworden ist. Für die letzten Jahrzehnte werden nur noch etwa 33 % der Jahre mit einer klar erkennbaren Schafskälte angegeben. Das hängt mit der allgemeinen Erwärmung des Klimas zusammen
Quelle: Wikipedia
Natürlich gibt es auch frühere Aufzeichnungen wenn man in der Wetterchronik weiter zurück geht.
1816: Das „Jahr ohne Sommer“ – Das bekannteste Beispiel überhaupt.
Nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora (Indonesien) im April 1815 kam es weltweit zu Klimastörungen. In Mitteleuropa war der Sommer 1816 aussergewöhnlich kalt und nass. In den Alpen fiel selbst im Juni und Juli immer wieder Schnee in mittleren Höhenlagen. Es kam zu Ernteausfällen, Hungersnöten und stark steigenden Lebensmittelpreisen.
Für die Schweiz war das eine Katastrophe. Der Historiker und Klimaforscher Christian Pfister bezeichnet diese Zeit als eine der schwersten Ernährungskrisen der Neuzeit.
1770 bis 1850: Ende der Kleinen Eiszeit
Die ältesten Hinweise
Die Bauernregeln rund um den Barnabastag (11. Juni) sind teilweise mehrere Jahrhunderte alt. Dass sich diese Regeln so lange gehalten haben, deutet darauf hin, dass die Menschen bereits im Mittelalter wiederkehrende Kälterückfälle um diese Zeit beobachteten. Die moderne Meteorologie konnte später tatsächlich nachweisen, dass zwischen dem 11. und 20. Juni statistisch gehäuft kühlere Witterung auftritt.
Bauernregel:
„Wie St. Barnabas sich stellt, ist’s Wetter auf vier Wochen bestellt.“
Für die Schweiz besonders interessant 🇨🇭
Die Schweiz besitzt einige der ältesten Wetteraufzeichnungen Europas. Wusste ich bis jetzt auch nicht. Wider was gelernt. Historische Klimaforscher haben aus Chroniken und Dokumenten Wetterdaten bis weit ins Mittelalter rekonstruiert. Dadurch weiss man heute, dass kalte Sommer und Junikälten während der Kleinen Eiszeit wesentlich häufiger vorkamen als heute.
Deshalb kann man sagen…
👉 Die Schafskälte selbst ist vermutlich deutlich älter als ihr Name in der Meteorologie.
👉 Ihre statistische Beschreibung stammt aus dem 20. Jahrhundert.
👉 Beobachtet wurde sie wahrscheinlich schon von Bauern des Spätmittelalters vor 500 bis 700 Jahren.
Quelle: gfp-international
So, dann hoffe und wünsche ich für uns das ab dem 21. Juni, zu Sommerbeginn der Sommer wirklich voll rein grätscht. ☀️
Nun wünsch ich dir einen schönen. Samstag, erhol dich gut und wir lesen und morgen wieder.
Den Begriff Schafskälte kenne ich zwar, habe das bislang aber nicht konkret verfolgt.
Bewußt ist mir allerdings, das oft im Mai schon sommerliche Temperaturen herrschten, es im Juni aber wieder wesentlich kühler und regnerischer wurde.
Danke fürs teilen dieser wirklich interessanten Information.
Gerne… als nächstes kommen dann noch die Hundstage 🤣 aber erst im Juli… darüber hab ich auch schon geschrieben.
Bitte, gern geschehen. ☺️
4-20!!!!! so lange…..😥
Jaaaaaa 😫
😮