📅 6. Juni 2026
⛅️ Mal sehen, was wird, 9-23 °C
Hallo du liebe Seele 🤍
Ich hoffe, du bist gut ins Wochenende gestartet. Hier ist es ja wirklich … wie soll ich es nett ausdrücken? Fuckig kalt.🥶
Es ist gerade knapp halb 9 Uhr und wir haben 13 Grad. Um 5 Uhr waren es gerade mal 9! Wenigstens soll es heute trocken bleiben und auch bissi Sonne geben. Und immerhin sollen wir am Nachmittag die 20 Grad knacken.
Das Wetter der letzten Tage und auch das, was noch kommen soll, reiht sich wunderbar in diese wechselhafte Reihe ein. Alles dabei: Sonne, kalt, Regen … und das sicher auch noch die kommenden Tage.
Sie machen der Schafskälte jedenfalls alle Ehre.
Was ist die Schafskälte?
Schafskälte, bitte was? 😄
Die Schafskälte ist ein Wetterphänomen, bei dem es im Juni in Mitteleuropa noch einmal zu einem deutlichen Kälteeinbruch kommen kann. Dabei strömen häufig kühlere Luftmassen aus dem Norden nach Mitteleuropa. Die Temperaturen können dadurch innerhalb kurzer Zeit spürbar sinken.
Typischerweise tritt die Schafskälte zwischen Anfang und Ende Juni, häufig um die Monatsmitte, auf.
Das kann nicht nur für uns Menschen unangenehm sein, sondern hat auch Auswirkungen auf Landwirtschaft, Tierhaltung und Gartenbau. Besonders gefürchtet war und ist die Kälte bei Landwirten, die ihre Schafe bereits geschoren haben. Daher kommt auch der ungewöhnliche Name.
Auch für Hobbygärtner und Naturfreunde kann die Schafskälte interessant sein. Empfindliche Pflanzen können auf einen solchen Kälterückfall durchaus empfindlich reagieren.
Wenn man in alten Wetterchroniken nachschaut, findet man immer wieder Jahre, in denen die Schafskälte besonders zugeschlagen hat.
Hier ein paar Beispiele … 🌨️
Die Schafskälte-Chronik

1926: Frost im Juni
Eine der markantesten Schafskälte-Episoden des frühen 20. Jahrhunderts.
In Teilen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz wurden Bodenfröste gemeldet. Aufzeichnungen sprechen von Temperaturen, die örtlich deutlich unter den damaligen Juni-Mittelwerten lagen.
1952: Schnee auf vielen Alpenpässen
In manchen Regionen Österreichs mussten Tiere kurzfristig wieder in tiefere Lagen gebracht werden.
Solche Ereignisse waren damals ein Grund, weshalb die Bauern die Schafskälte sehr ernst nahmen.
1962: Die nasse Schafskälte
Ein anhaltender Kaltlufteinbruch brachte tagelangen Regen, Wind und Temperaturen von teilweise nur 10 bis 13 °C in vielen Regionen Deutschlands und der Schweiz.
1975: Der berühmte Temperatursturz
Nach frühsommerlichen Temperaturen von über 25 °C folgte ein massiver Kaltlufteinbruch.
Innerhalb weniger Tage verloren viele Orte 10 bis 15 Grad. In den Alpen fiel Schnee, während im Flachland Dauerregen dominierte.
1984: Schnee bis ungewöhnlich tief
Einer der stärkeren Kälterückfälle der Nachkriegszeit.
In Teilen der Schweiz und Süddeutschlands wurden Tageshöchstwerte unter 10 °C gemessen. In den Alpen fiel Schnee bis in relativ tiefe Lagen.
1987: Die Schafskälte mit Dauerregen
In Deutschland, Österreich und der Schweiz führte die Schafskälte zu mehreren Tagen mit starkem Regen und Hochwasser kleinerer Flüsse.
2010: Die moderne Extrem-Schafskälte
Dies ist eines der bestdokumentierten Ereignisse der letzten Jahrzehnte.
Anfang Juni traf zunächst kalte Luft ein. Danach wurde es kurzfristig sommerlich warm. Am 20. Juni folgte ein zweiter markanter Kälteeinbruch.
In den Alpen sank die Schneefallgrenze auf etwa 1400 Meter. Auf manchen Bergen wurden bis zu 50 cm Neuschnee gemessen.
2018: Die verspätete Schafskälte
2018 kam der Kälterückfall erst am 21. Juni und damit eigentlich schon ausserhalb des klassischen Zeitfensters.
Das sind nur einige Beispiele aus den letzten 100 Jahren. Davor gab es natürlich ebenfalls zahlreiche bemerkenswerte Wetterereignisse und Aufzeichnungen.
Die Schweiz als Schafskälte-Hotspot 🇨🇭
Für die Schweiz ist besonders interessant, dass sich die Schafskälte statistisch tatsächlich nachweisen lässt.
Auswertungen von Davos zeigen in mehreren Klimaperioden einen wiederkehrenden Temperaturrückgang zwischen etwa dem 10. und 18. Juni. In der aktuellen Referenzperiode 1991–2020 ist die Schafskälte noch vorhanden, allerdings deutlich schwächer ausgeprägt als früher.
MeteoSchweiz weist darauf hin, dass Kaltlufteinbrüche im Juni regelmässig Neuschnee bis in Passlagen bringen können. Besonders in Davos und anderen höher gelegenen Regionen ist dieses Muster gut erkennbar.
Quelle: MeteoSchweiz
Frühere Meteorologen kamen auf eine Eintrittswahrscheinlichkeit der Schafskälte von bis zu 89 %. Neuere Auswertungen zeigen jedoch, dass sie deutlich seltener beziehungsweise weniger ausgeprägt geworden ist. Für die letzten Jahrzehnte werden nur noch etwa 33 % der Jahre mit einer klar erkennbaren Schafskälte angegeben.
Das wird auch im Zusammenhang mit der allgemeinen Erwärmung des Klimas betrachtet.
Quelle: Wikipedia
Natürlich gibt es noch viel frühere Aufzeichnungen, wenn man in der Wetterchronik weiter zurückgeht.
1816: Das „Jahr ohne Sommer“
Das bekannteste Beispiel überhaupt:
Nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im April 1815 kam es weltweit zu erheblichen Klimaveränderungen. In Mitteleuropa war der Sommer 1816 aussergewöhnlich kalt und nass.
In den Alpen fiel selbst im Juni und Juli immer wieder Schnee bis in mittlere Höhenlagen. Es kam zu Ernteausfällen, Hungersnöten und stark steigenden Lebensmittelpreisen.
Für die Schweiz war das eine Katastrophe. Der Historiker und Klimaforscher Christian Pfister bezeichnet diese Zeit als eine der schwersten Ernährungskrisen der Neuzeit.
1770 bis 1850: Das Ende der Kleinen Eiszeit
Die Zeit der Kleinen Eiszeit war von erheblichen klimatischen Schwankungen geprägt. Kalte Sommer und ungewöhnliche Kälteeinbrüche waren damals deutlich häufiger als in unserer heutigen Zeit.
Die ältesten Hinweise
Die Bauernregeln rund um den Barnabastag am 11. Juni sind teilweise mehrere Jahrhunderte alt.
Dass sich solche Regeln über so lange Zeit gehalten haben, deutet darauf hin, dass die Menschen bereits früher wiederkehrende Wetterveränderungen um diese Zeit beobachteten.
Die moderne Meteorologie konnte später tatsächlich nachweisen, dass zwischen dem 11. und 20. Juni statistisch gehäuft kühlere Witterungsphasen auftreten.
Eine alte Bauernregel lautet:
„Wie St. Barnabas sich stellt, ist’s Wetter auf vier Wochen bestellt.“
Ob die Bauernregel nun tatsächlich immer recht behält? Nun ja … das lassen wir mal so stehen. 😉🌦️
Für die Schweiz besonders interessant 🇨🇭
Die Schweiz besitzt einige der ältesten Wetteraufzeichnungen Europas.
Wusste ich bis jetzt auch nicht. Wieder was gelernt. 😊
Historische Klimaforscher haben aus Chroniken und anderen Dokumenten Wetterdaten bis weit ins Mittelalter rekonstruiert. Dadurch weiss man heute, dass kalte Sommer und Junikälten während der Kleinen Eiszeit wesentlich häufiger vorkamen als heute.
Deshalb kann man sagen:
👉 Die Schafskälte selbst ist vermutlich deutlich älter als ihr Name in der Meteorologie.
👉 Ihre statistische Beschreibung stammt aus dem 20. Jahrhundert.
👉 Beobachtet wurde sie wahrscheinlich schon von Bauern des Spätmittelalters, also vor 500 bis 700 Jahren.
Quelle: gfp-international
So, dann hoffe und wünsche ich für dich, mich, dass ab dem 21. Juni, zum Sommerbeginn, der Sommer wirklich voll reingrätscht. ☀️
Denn ehrlich gesagt: Ich habe jetzt langsam genug von kalt, Regen und diesem ewigen Hin und Her. 😜
Nun wünsche ich dir einen schönen Samstag. Erhol dich gut und wir lesen uns morgen wieder. ❤️
Danke, dass du ein Stück dieses Kapitels mit mir gegangen bist

Den Begriff Schafskälte kenne ich zwar, habe das bislang aber nicht konkret verfolgt.
Bewußt ist mir allerdings, das oft im Mai schon sommerliche Temperaturen herrschten, es im Juni aber wieder wesentlich kühler und regnerischer wurde.
Danke fürs teilen dieser wirklich interessanten Information.
Gerne… als nächstes kommen dann noch die Hundstage 🤣 aber erst im Juli… darüber hab ich auch schon geschrieben.
Bitte, gern geschehen. ☺️
4-20!!!!! so lange…..😥
Jaaaaaa 😫
😮