
Hallo du liebe Seele 🤍
Heute bin ich spät dran, ja ich weiss. Heute kam ich fast nicht aus dem Bett, um 9 bin ich dann endlich raus gekrochen und hab mich kurz entschlossen eine Runde raus zu gehen. Schönes Wetter, Sonne, mild. Konnte sogar ohne Jacke raus. Also hab ich meine Kamera geschnappt, ein neues Objektiv drauf geschraubt und bin auf die Jagd nach Licht & Schatten Motiven. Mal sehen… heute Abend geh ich dann noch mal raus, und versuche ein par zu machen. Aber jetzt gibt’s wieder ein Aufklärungs-Beitrag. Der über den REM-Schlaf muss noch warten, da bin ich noch nicht soweit dafür gibts ein anderes spannendes Thema das ich aufgegriffen habe.
Ist dir der der Begriff „Gimmel“ auch schon über den Weg gelaufen? Mir vor einiger Zeit. Erst hab ich ihn nicht wirklich beachtet, dann ist er mir immer öfters über den Weg gelaufen und dann wurde ich neugierig.
Hast du dich gefragt woher der Begriff kommt und was er zu bedeuten hat? Denkst du dir auch, dass ist bestimmt nur wieder so ein neumodischer Esokram? Dann geht es dir wie mir, aber ich kann dich beruhigen, das ist er nicht. Soviel ist klar.
Gerne erzähle ich dir was ich über „Glimmer“ heraus gefunden habe. Was er bedeutet, woher der Begriff kommt und warum er so wichtig ist und was es mit komplexem Trauma zu tun hat.
✨ Was bedeutet „Glimmer“ denn nun?
Der Begriff „Glimmer“ wurde vor allem durch die Therapeutin Deb Dana geprägt.
Kurz gesagt:
Glimmer sind kleine, oft unscheinbare Momente, die deinem Nervensystem signalisieren:
„Du bist sicher.“
„Glimmer“ ist also das Gegenteil von Trigger → Dinge, die Stress, Angst oder Überforderung auslösen.
Glimmer hingegen:
- fühlen sich ruhig, warm oder leicht an
- können winzig sein, wie z. B. Sonnenlicht auf der Haut, ein Lächeln oder ein vertrauter Geruch.
- passieren oft im Alltag, ohne dass wir sie bewusst suchen

iPhone 16 pro Max
🧠 Gibt es dazu eine psychologische Erklärung?
Ja, die gibt es tatsächlich. Und zwar kommt das aus der Polyvagal-Theorie (Polyvagal Theory von Stephen Porges)
Dahinter steckt die folgende Idee:
Dein Nervensystem scannt ständig deine Umgebung → „Bin ich sicher oder in Gefahr?“
Das nennt man Neurozeption (unbewusste Wahrnehmung von Sicherheit oder Bedrohung).
👉 Glimmer sind Signale von Sicherheit, die dein System registriert.
Wenn du solche Momente wahrnimmst passiert folgendes:
- Der ventrale Vagusnerv (Zustand von Sicherheit & Verbindung) wird aktiviert.
- dein Körper kann runterfahren
- Deine Atmung wird ruhiger
- Und die Gedanken werden klarer
💛 Aber warum ist das gerade bei Trauma so wichtig?
Wenn jemand viel Stress oder Trauma erlebt hat (z. B. kPTBS), dann ist das Nervensystem…
- schneller im Alarmmodus
- stärker auf Gefahren fokussiert
- und weniger empfänglich für Sicherheit
👉 Glimmer-Momente helfen also dabei, das System neu zu trainieren
Nicht durch „positiv denken“, sondern durch echte körperliche Erfahrung von:
- Sicherheit
- Verbindung
- Ruhe
Das ist nämlich ein ganz entscheidender Unterschied.
✨ Hier also mal par Beispiele für Glimmer, damit es greifbarer wird:
- eine warme Tasse Tee / Ovo ect., in den Händen halten ☕
- dein Lieblingslied läuft plötzlich im Radio 🎶
- ein Tier schaut dich ruhig an 🐾
- jemand sagt etwas Freundliches
- ein Moment, in dem du einfach kurz nichts musst
- Tier streicheln
- Sonne auf der Haut
- Regen der ans Fenster prasselt

iPhone 16 pro Max
🧩 Wichtiges was du dazu wissen solltest
Das hier ist kein „Trend-Gedanke“, sondern hat eine klare Grundlage:
- Es basiert auf moderner Traumaforschung
- Wird in körperorientierter Therapie genutzt
- Wirkt über das Nervensystem, nicht über reines Denken
👉 Quelle: Deb Dana beschreibt Glimmer u. a. in ihren Arbeiten zur Polyvagal-Theorie,
z. B. in “The Polyvagal Theory in Therapy”(2018), basierend auf den neurophysiologischen Modellen von Stephen Porges.
🤔 Woran erkennst du denn jetzt deine Glimmer-Momente?
Der erste Schritt ist zu erkennen welche es sind, den Glimmer-Momente sind oft leise. Am besten achtest du auf körperliche Veränderungen wie …
- Ein Mini-Aufatmen
- Deine Schultern sinken plötzlich leicht nach unten
- Es kommt ein Gefühl von „ah … okay“ auf
- Das Gedankenkarussell wird ruhiger oder macht kurz Pause
- Du fühlst dich plötzlich leichter / wärmer / entspannt / verbunden
👉 Wenn du sowas bemerkst: Das ist schon ein Glimmer.
😉 Finde deine persönliche Kategorie
Du denkst jetzt vielleicht; Okay… so fühlen sie sich an, aber wie find ich die denn jetzt? Und ja, es gibt tatsächlich verschiedene Kategorien.
- 👀 Visuell (Sehen)
- 🎧 Hören
- 🤲 Körper / Berührung
- 💭 Emotionale Momente
🌸 Meine Glimmer haben ein klares Muster
Was ich beschrieben habe, geht stark in Richtung:
👉 Sinnlich + körpernah + naturverbunden
Das sind besonders wirksame Glimmer, weil sie direkt über den Körper wirken (nicht über den Kopf).
🌿 Düfte (extrem stark!)
- Der Duft der Haut nach der Sonne
- Frisch geschnittenes Gras
- Geruch von Pferd oder nasser Hund
- Flider
- …
👉 Düfte sind neurologisch direkt mit dem Emotionszentrum verbunden (das limbische System)
Deshalb können sie sofort Sicherheit oder Erinnerung auslösen.
🌧️ Geräusche + Atmosphäre
- Regen der ans Fenster prasselt
- Gewitter
👉 Das sind sogenannte „kontrollierte Naturreize“
Sie sind kraftvoll, aber ich bin geschützt = perfekte Mischung für Sicherheit.
🤍 Wärme & Geborgenheit
- Kerzenlicht
- Warme Getränke
- kuscheln
👉 Das aktiviert direkt den Zustand von:
- Sicherheit
- Verbindung
- „Ich darf runterfahren“
🌅 Natur & Weite
- Sonnenauf- und untergang
- Sonne allg.
- Blick auf die Berge
- Ein Blick in die Ebene / Weite
👉 Das gibt meinem System:
- Orientierung
- Ruhe
- oft auch ein Gefühl von „es ist alles okay“
❗️ Was daran wirklich wichtig ist
Das hier ist kein „nice to have“. Das ist Regulation auf Nervensystem-Ebene.
👉 Du wirst intuitiv genau die Dinge wählen, die:
- nicht überfordern
- nicht zu viel verlangen
- aber trotzdem spürbar wirken
Das ist ziemlich klug von deinem System.

Sony 6500 – Sony FE 100-400mm F4.5-5.6 GM OSS
Der Gamechanger ist, diese Momente bewusst zu nutzen. Das tun nämlich anscheinend die wenigsten. Mir war das ja bis vor kurzem auch nicht klar. Wie du sie bewusst einsetzen kannst verrat ich dir natürlich auch gleich noch.
🙏🏻 Mini-Rituale (super effektiv)
- Tee trinken = nicht nebenbei sondern, 20 Sekunden bewusst Wärme spüren
- Regen hören → nicht ablenken, sondern reinspüren
- Kerze anzünden → bewusst schauen, nicht nur „da haben“
- Duft → draussen bewusst einatmen oder bewusst erinnern
🧠 Mini-Übung (richtig effektiv)
Probier das mal aus:
- Nimm dir bewusst 1–2 Minuten
- Geh in einen Moment, der okay ist (nicht super schlecht)
- Achte auf etwas Kleines (z. B. Licht, Geräusch, Gefühl)
- Bleib 10–20 Sekunden bewusst dabei
👉 Das verstärkt den Glimmer im Nervensystem (nicht denken – registrieren)
Du möchtest jetzt mehr über diese Glimmer erfahren? Dann gibt es gute Bücher die sich mit dem Thema befassen…
📚 Das wichtigste Buch auf Deutsch
👉 Original: „Anchored“ von Deb Dana
👉 Deutscher Titel: „Der Vagus-Nerv als innerer Anker“
- erschienen 2022
- Verlag: Kösel
- basiert direkt auf Anchored
👉 Der Inhalt ist kurz und ehrlich. Es erklärt, wie dein Nervensystem funktioniert Dazu findest du Übungen zur Selbstregulation. Das Buch ist bewusst alltagsnah geschrieben und enthält viele praktische Übungen.
📖 Weitere Bücher auf Deutsch (falls du tiefer gehen willst)
Von Deb Dana gibt es noch:
- „Die Polyvagal-Theorie in der Therapie“ → eher fachlich, mehr für Therapeuten
- „Arbeiten mit der Polyvagal-Theorie“ → auch eher tiefer, weniger Einstieg
- „Das Vagus-Nerv Workbook“ → Übungen, praktisch aufgebaut
Was ich noch wichtig finde zu wissen ist, das Wort „Glimmer“ selbst wird im deutschen Buch nicht immer so genannt, aber das Konzept steckt komplett drin. Meist wird der Moment eher beschrieben als:
- Momente von Sicherheit
- Regulation
- „verankern“
🧠 Studien / wissenschaftlicher Hintergrund
Zum Begriff „Glimmer“ selbst gibt es kaum direkte Studien.
Warum? Weil es ein relativ neuer, praxisnaher Begriff ist, der aus der Therapie stammt, nicht direkt aus der Grundlagenforschung.
Aber die Basis dahinter ist gut erforscht:
- Polyvagal Theory
- Forschung zum autonomen Nervensystem
- Wirkung von Sicherheit, Verbindung und Regulation
👉 Es gibt auch Reviews zur Anwendung in Therapie
„Glimmer“ ist kein offizieller klinischer Fachbegriff, sondern ein therapeutisches Arbeitskonzept. Aber er basiert auf realer Neurobiologie und wird aktiv in Traumatherapie genutzt.
🌐 Gute Webseiten (seriös)
Offizielle Seite von Deb Dana (Englisch) – Rhythm of Regulation (ihre eigene Seite)
👉 erklärt Glimmer so: „Micro-Momente von Wohlbefinden und Sicherheit“. Sehr nah an der Praxis, nicht trocken ☺️
CPTSD Foundation (Englisch) – Artikel zu Glimmern & Nervensystem
👉 beschreibt: Glimmer als Momente von Verbindung & Sicherheit, die das System von Alarm zu Ruhe bringen
Newport Institute (Englisch)
Da gibt es gute, verständliche Erklärungen.
Wichtig → Auch kleine positive Momente können langfristig das Nervensystem verändern.
✨ Deine eigenen Glimmer-Momente erkunden
Du fragst dich jetzt wie du deine „Glimmer-Momente“ herausfinden kannst? Nichts leichter las das ☺️
Beauftrage dazu ChatGPT er soll dir helfen welcher Glimmer-Momente-Typ du bist. Das funktioniert wirklich gut. Ich hab es gemacht und es ist so einfach.
Hier der Promt den du bei ChatGPT verwenden kannst:
Ich möchte meine persönlichen „Glimmer“-Momente herausfinden (kleine Dinge, die meinem Nervensystem Sicherheit geben).
Bitte führe mich Schritt für Schritt durch einen Prozess, bei dem ich:
1. erkenne, woran ich körperlich merke, dass sich etwas gut anfühlt
2. meine individuellen Glimmer in den Bereichen Sinneseindrücke (Sehen, Hören, Berührung, Geruch) entdecke
3. daraus meine 5 stärksten „Notfall-Glimmer“ herausfiltere
4. eine einfache Routine entwickle, wie ich diese im Alltag und in Stressmomenten nutzen kann
Wichtig: Stelle mir konkrete Fragen, statt mir nur Beispiele zu geben. Hilf mir, meine eigenen Antworten zu finden.
💡 Wenn du es noch persönlicher machen und zielgenauer willst, dann kann du den Promt noch leicht anpassen, wie zum Beispiel:
- „Ich habe oft Stress / Verlustangst / innere Unruhe…“
- „Ich brauche besonders etwas für abends oder nachts…“
Kopiere den Promt jetzt einfach und es kann los gehen. 😉
So, das war doch mal eine spannende Sache, oder? Ich hab die Tage wirklich bewusst auf solche Momente geachtet und diese auch bewusst wahrgenommen. Und es macht wirklich viel aus. Ich habe dazu ein viel besseren Zugang als zu Tool, die über den Kopf gehen… denn wenn ich die meistens dringend brauche schaltet mein Kopf aus. Und Immer-Momente sind da viel effektiver weil sie übers fühlen gehen.

Und nein, es ist nicht nur für Menschen gedacht die, wie ich, an einer (k)PTBS leiden. Es hilft auch wenn du einfach total gestresst bist oder überfordert, traurig… Versuch es mal, du wirst sehen, es wird auch dir helfen. Aber wie schon geschrieben, grade für Menschen mit kPTBS st dies eine wirklich tolle Hilfe.
Nun wünsch ich dir einen wundervollen Nachmittag, hoffe mit ebenso tollem Wetter war hier. 🥰