Das Leben, Geplauder, Leben mit einer K-PTBS

Mein erstes Halbjahr 25 – Teil 2 – Das erste Treffen

15 bis 21 Grad

Hallo du liebe Seele und einen wunderbaren Freitag.

Wie ist es dir bis jetzt so ergangen? Sommer ist ja schon ne ganze Weile vorbei. Und bis jetzt schaut es auch nicht danach aus als würde der Hochsommer zurück kommen, also in den nächsten 10 Tage bestimmt nicht. Die Hundstage, die heissesten Tage des Jahres haben grade erst angefangen und sollen ja bis 23. August dauern. Nur, davon sind wir sehr weit entfernt. Hier ist eher herbstliches feeling angesagt. Aber darum geht es heute nicht, heute möchte ich euch mehr über die ersten 6 Monate meines Jahres erzählen. Was so passiert ist, welche Gedanken und Gefühle mich begleitet haben. Neugierig? Na dann lass mich loslegen…


Im letzten Beitrag hab ich euch erzählt wo ich 2024 stand, wie es mir erging und wie mein Jahr geendet hat. Wie ging es da dann weiter? Eigentlich erst mal „unspektakulär“. Ja, wir haben stundenlang geschrieben… und schon bald darauf fragte er mich, ob wir uns nicht treffen wollen… Zack… Panik stieg auf. Ich war völlig überfordert. Da ich aber von Anfang an reinen Wein eingeschenkt habe, stimmte ich zwar zu, bat aber um bisschen Vorlaufzeit um mich psychisch drauf einzustellen. In der Hoffnung die Angst in den Griff zu bekommen. So haben wir uns auf den 10. Januar um 14 Uhr geeinigt.

Die Tage bis dahin waren sehr anstrengend für mich. Ich war so ängstlich, hatte ein schlechtes gewissen, und doch, gleichzeitig war ich neugierig auf diesen Mann mit dem ich stundenlang schreiben konnte, über alles, der die gleichen. Werte teilte wie ich, der mich immer wieder zum lachen bringt, der wirklich zuhört und echtes Interesse an mir zeigt. Und doch waren da diese Gefühle. Gefühle von schlechtem gewissen meinem verstorbenen Mann gegenüber, meinem Sohn, denn ich wusste das es für ihn nicht einfach sein würde, sollte er das mit bekommen. Ich hatte Angst nicht den Erwartungen zu entsprechen, hatte vielleicht auch angst das daraus mehr werden könnte als nur ein erstes kennenlernen…

Tja, und dann war der 10. Januar war da. Der Tag war kalt und grau und ich so nervös. Ich zitterte innerlich so stark das ich dachte das man mir das ansehen muss. Ich hoffte einfach das ich das irgendwie einigermassen „normal“ über die Bühne kriege und es nicht in einer Katastrophe endet. Und so bin ich dann also losgelaufen, am See entlang in die Stadt, in der Hoffnung das die Kälte und Bewegung mir etwas die angst nimmt. Am Treffpunkt angekommen wartete ich, ich war par Minuten zu früh… dann kam er auf mich zu und ich weiss nur noch das ich dachte… WoW, wieder ein grosser Mann. Mein Mann war ja auch schon gross mit 1.96 m. Er war aber noch 2 cm grösser. 🫣 Und ehrlich… ich kann nicht mal mehr sagen wie wir uns begrüsst haben… das ist weg. Ich war so angespannt… wir liefen dann los Richtung Altstadt und redeten… suchten uns etwas wo wir rein sitzen konnten und fanden dann auch etwas. Wir sassen dort, tranken was warmes und quatschten… Es fühlte sich gut an. Da wir so viel schon geschrieben haben war’s als würden wir uns schon ne Weile kennen. So ist nie eine peinliche Pause entstanden. Alles fühlte sich ganz „natürlich“ an. Er war sehr nett, zuvorkommend, hörte zu, war neugierig… besser hätte es nicht laufen können und so legte sich meine Angst etwas.

Irgend wann, so gegen 15 Uhr, schloss der Laden und wir entschlossen uns noch etwas spazieren zu gehen. Und so liefen wir in der kalte los. Wir liefen zu einem Aussichtspunkt in der Altstadt und setzten uns da noch etwas hin und immer redeten wir. Bis uns zu kalt war und es dunkel wurde. Er fragte mich ob ich noch was trinken gehen möchte. Und ich sagte zu, auch wenn ich eigentlich nicht vor hatte so lange unterwegs zu sein. Ich Gege abends nie gerne raus. Und schon gar nicht alleine. Gut, alleine war ich ja nicht. Dennoch war ich dabei und fanden uns dann in einer kleinen Bar wieder. Es war schon recht voll, und da war ich schon etwas unsicher, doch ich wollte nicht gleich beim ersten mal kompliziert sein und sagte nichts. Wir fanden einen Platz zwischen gefüllten Tischen und bestellten etwas zu trinken und er was keines zu essen. Ich weiss nicht wie lange es ging, aber irgendwann wars vorbei, ich bekam eine Panikattacke und er war sowas von verständnisvoll. Er hat’s bemerkt, mir gesagt ich soll raus gehen, er werde bezahlen und gleich nachkommen. Ich weiss nur das ich fluchtartig raus lief, ohne meinen Mantel anzuziehen… einfach nur raus. Mir war das so peinlich. Ich hab ihm das schon erzählt das dies mein Problem ist, also war’s jetzt nichts was er noch nie gehört hätte von mir aber es ist was anderes wenn es dann passiert. Für mich war der Abend dann gelaufen. Ich wollte nur Heim. Aber es tat mir so leid. Er fragte mich ob er mich zum Tram begleiten soll, doch ich sagte das ich jetzt nicht in ein überfülltes Tram sitzen kann, das ich wohl wieder nach Hause laufe. Das es schon dunkelbar war, war mir in dem Moment egal… Da meinte er dann, er würde mich gerne nach Hause begleiten damit ich nicht alleine in diesem Zustand und im Dunkeln nach Hause muss. Was für ein Gentleman 🥰

Kurzer Zwischenschub…

An diesem Tag hatte mein Sohn einen Termin im Krankenhaus mit der Kleinen. Es wurde ein Kontroll-Ultraschall gemacht und ich hab gehofft von ihm zu hören. Als ich das letzte mal aufs Handy geschaut habe wars halb 4 und er hatte sich noch nicht gemeldet. Da ich das letzte mal angerufen hatte und ich mitten in den Termin geplatzt bin wollte ich dieses mal nicht stören und abwarten bis er sich meldet. Tja, so hab ich in dieser Zeit wo wir spazieren waren und in der Bar sassen seinen Anruf verpasst. Also 3. Aber ich gehöre zu einer Generation die ihr Handy nicht ständig neben sich auf dem Tisch hat wenn ich mit jemanden unterwegs bin. Er wusste das ich weg gehe, aber nicht das ich mich mit jemandem getroffen habe. Und so nahm eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen seinen lauf… 🥺

Wir liefen also am See entlang Richtung zu mir nach Hause. Ich hab mich bei ihm eingehackt weil ich bisschen unsicher auf den Beinen war. Wir haben geredet, und ja, auch gelacht. Ich war einfach froh das ich nicht alleine nach Hause laufen musste und das der Abend dann doch nicht ganz so abrupt zu Ende war. Doch plötzlich seh ich meinen Sohn auf uns zukommen. Mein Herz schlug mir bis zum Hals weil ich schon von weitem spürte das er geladen war. Er baute sich vor mir auf und fuhr mich an… Von wegen er hätte sich sorgen gemacht weile er mich nicht erreichen konnte, ob ich eigentlich kein Handy dabei hätte und so. Ich versuchte ihn zu beschwichtigen und beruhigen, doch das klappte nicht. Er lief dann an uns vorbei Richtung Stadt. Ich wusste aber das seine Freundin bei uns zu Hause ist aber ich wusste auch, das er so sauer war das er jetzt erst mal weg ist und es dauert bis er wieder kommt. Ich entschuldigte mich als bei Markus, so heisst übrigens dieser wunderbare Mann, für das benehmen meines Sohnes. Mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf… was muss Markus wohl über mich denken, von dieser Situation? Von meinem Sohn. Ist er nur genug Gentleman um nicht gleich den Rückwärtsgang einzulegen? Die Gedanken und Gefühle überschlugen sich… Und ehrlich, viel hab ich dann nicht mehr mit bekommen.

Vor dem Haus angekommen verabschiedeten wir uns. Nein, es gab keinen Kuss, das hat einfach aus so vielen Gründen nicht gepasst, für mich. Er ging dann gleich auf das nächste Tram und machte sich auf den Heimweg.

zu Hause angekommen fand ich dann die Freundin meines Sohnes die weinte. Sie erzählte mir das mein Sohn meine Tochter angerufen hat um zu fragen ob sie weiss wo ich bin. Dann sogar meine Freundin… und schlussendlich hat er mich auf meinem iPad gesucht und entschloss mich zu „suchen“. Tja, er kam dann irgendwann nach Hause. wirklich geredet hat er mir nicht mit mir. Und die nächsten Tage waren so heftig. Er zerstörte sein halbes Zimmer. sein TV, sein MacBook, das Handy, den Kleiderschlank… Er zog sich zurück, nicht nur von mir. Er schloss sich ein. Er meldete sich bei keinem mehr. das ging Wochen so. Etwas hat es sich normalisiert aber mit mir redet er auch nach 6 Monaten nicht wirklich, nur das nötigste. Und anschauen kann er mich auch nicht mehr. Also, zwischen meinem Sohn und mir ist es auch heute noch sehr anstrengend.

Was Markus betrifft, er hat sich davon nicht abschrecken lassen. Wir schrieben weiter, als wär nichts gewesen. Er ist ein sehr reflektierter Mann und konnte gut damit umgehen. Er hat sogar nachgefragt wie es mir ging, und wie es zu Hause so läuft, auch die Tage danach. Er besuchte mich ein paar Tage danach bei mir. Er kam nach der Arbeit vorbei und wir gingen spazieren und haben geredet. Und das bedeutete mir wirklich sehr viel. Weil er mir so gezeigt hatte das ich ihm wichtig bin und er sich wirklich interessiert was bei mir so los ist.

Mein Alltag wurde aber überschattet von diesem Ereignis mit meinem Sohn. Und macht es auch in den kommenden Monaten nicht wirklich einfacher. 😥


Ja, das war also der Start ins neue Jahr. Das erste Treffen… sich noch mal auf einer anderen Ebene kennenlernen, mit ganz viel Drama.

Und ja, es ging weiter, turbulent, anstrengen, mit ganz viel Gefühlen, Emotionen und inneren Kämpfen…

Nun wünsch ich dir einen wunderschönen Freitag und einen guten Start in’s Wochenende.

Alles Liebe – Alexandra

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