
📅 24. Februar 2026
🌤️ Heute ist alles irgendwie schön. -1-9 °C
Hallo du liebe Seele 🤍
Wie schön es doch ist, wenn man die Augen aufschlägt und einen blauen Himmel sieht und die Sonne durch die Lamellen der Läden scheint! Das macht doch gleich gute Laune.
Heute geht es hier um die Dankbarkeit-Challenge.
Ja, etwas spät, aber wie die Frage schon andeutet, ist es schwierig, sie früher zu beantworten. Also versuche ich jetzt, meinen Beitrag zu schreiben.
Vorweg: Mein Beitrag wird eher etwas kurz.
Denn …
Ich hatte keine Begegnung.
Also nicht im herkömmlichen Sinne.
Denn ich bin kaum unterwegs. Nicht nur, weil ich im Winter eh nicht so viel draussen bin, sondern weil ich seit bald drei Wochen dermassen erschöpft bin.
Ich gehe gerade mal einkaufen und war in der Therapie. Das war’s.
Auch wenn ich letzten Montag auf dem Rückweg von der Therapie nach Hause gelaufen bin.
Aber dennoch hatte ich eine Begegnung.
Und zwar mit mir selbst.
Wie ich das meine?
Nach der Therapiestunde, also nicht gleich am Montag, sondern am Donnerstag, wurde mir plötzlich etwas klar, was mir so noch gar nie aufgefallen war.
Zwar sagt man das so oft, und wahrscheinlich hat das jeder schon mal gesagt.
Und zwar geht es um folgenden Satz:
„Mir geht es gut, wenn es dem anderen gut geht. Aber mir geht es eben auch schlecht, wenn es dem anderen schlecht geht.“
Ich weiss, dass es so ist bei mir.
So ist das nun mal. Ich fühle immer sehr stark mit anderen mit.
Aber es ist sicher nicht mit jedem gleich. Es kommt halt auch auf die Verbindung an.
Aber wie sehr das ist und welche grossen Auswirkungen es auf mich hat oder hatte, wurde mir erst jetzt wirklich bewusst.
Hier geht es um meinen verstorbenen Mann.
In der Therapie haben wir darüber geredet, wie es mir im Moment geht. Was es mit mir macht, die Ausmisterei von den Dingen, die mein Mann so gesammelt oder nicht wegschmeissen konnte und wollte.
Da haben wir dann darüber geredet und am Schluss meinte ich, dass es mir eigentlich recht gut geht.
Dass ich mir das vor wenigen Monaten nie im Leben hätte vorstellen können.
Ich hab es vor allem darauf geschoben, dass ich ja die letzten drei Monate sehr daran gearbeitet habe.
Das letzte Jahr hab ich bewusst mit den Sperrnächten und Rauhnächten abgeschlossen.
Dann habe ich an mir gearbeitet, mit Workshops, und da hat sich sicher auch viel getan.
Aber am Donnerstag konnte ich einen tiefen Blick in meine Seele werfen.
Denn mir wurde plötzlich klar, dass ich wirklich so oft, eigentlich ständig, die letzten fünf Jahre mit meinem Mann mitgefühlt habe.
Psychisch ging es ihm nicht besonders gut.
Nicht nur wegen der ganzen Corona-Krise, die natürlich noch dazu kam, sondern vor allem wegen etwas aus seinem privaten Leben. Etwas, das sein Leben total erschüttert hatte.
Von da an, 2019, war es wirklich schwierig für ihn.
Und das hat mir so leid getan.
Einfach, weil ich ihm da nicht heraushelfen konnte.
Und diese Begegnung mit meiner Seele, diese Erkenntnis, die ich erkennen durfte, hat mich fast erschlagen.
Und auch jetzt macht sie mich gerade unheimlich traurig und die Tränen fliessen.
Nicht nur, weil ich erkenne, dass meine Seele, dass ICH, von einer enormen Last, oder vielleicht sogar Verantwortung, befreit bin, seit mein Mann verstorben ist.
Ich habe seine Verzweiflung, seine Trauer, seine Hilflosigkeit, sein Entwurzeltsein mitgetragen, mitgefühlt.
Und ja, es ging mir oft schlecht.
Klar, mir ging und geht es auch oft schlecht mit meinem eigenen Rucksack, den ich durch die kPTBS mit mir herumtrage.
Aber vieles davon war nicht meins.
All die Jahre, auch schon vor 2019, fühlte ich mit.
Ich hab es mir wohl zur Aufgabe gemacht, ihm einen Teil der Last abzunehmen.
Klar, das meiste sicher unbewusst.
Aber genau das spüre ich eben jetzt.
Dass dies weg ist.
Und das erschüttert mich gerade total.
Wie stark müssen die Gefühle für ihn selbst gewesen sein, wenn ich mich jetzt schon so befreit fühle?
Und gleichzeitig bin ich traurig, dass er das nie konnte.
Sich von dieser Last zu befreien.
Oder zumindest teilweise.
Ich bin auf alle Fälle dankbar für diese Begegnung mit meiner Seele, mit mir selbst und natürlich auch für diese Erkenntnis.
Auch wenn es sich im Moment noch ein klein wenig wie Verrat anfühlt.
Ich weiss, das ist Unsinn.
Aber das ist jetzt einfach gerade so.
Dennoch weiss ich, dass sich auch das bald wandeln wird.
Es braucht einfach seine Zeit.
Und dann kann ich es auch geniessen.
Diese neu gewonnene Freiheit.
Danke, dass du ein Stück dieses Kapitels mit mir gegangen bist

Beiträge der anderen Teilnehmer:
- Jenny und Thomas von Weitglücklich (alle 4 Beiträge des Februars zusammen)
- Anne von Wortperlen
Kann ich hier kommentieren?
Liebe Grüsse Esther
Liebe Alexandra, musste erst testen, wie ich hier kommentieren kann. Zu dir fand ich durch Anna Seltmann. Ich finde das eine gute Idee und werde mich mal durchlesen. Melde mich später wieder. Unter Abaut Me kannst du Näheres erfahren.
Liebe Grüsse Esther
Liebe Ester,
ist auch mal schön eine Schweizerin hier begrüssen zu dürfen 😉 Und schön hast du hier her gefunden. Lass dir Zeit mit lesen, ich lauf nicht weg.
Liebe Grüsse
Alexandra
Vielen Dank Alexandra ♥
Hallo liebe Alexandra!
Mir ergeht es wie dir, mit Menschen den ich nahe stehe oder die ich sehr mag, mit ihnen leide ich ebenfalls mit.
Deine Zeilen berühren mich grad und ich fühle mit dir…ich weiß graf nicht was ich schreiben soll… ♡
Danke, dass ich deine Offenheit heute wieder lesen durfte!
Mein Beitrag findest du hier
https://www.wortperlen.de/kommentare/dankbarkeits-challenge-….12140/
Liebe Grüße
Anne
Liebe Anne,
das ist lieb, aber manchmal ist das halt so, dann ist es auch okay wenn man nichts sagt, lieber als was banales und Floskel mässiges. Also, alles gut 🤗 Und gerne, das gebe ich natürlich von Herzen zurück.
Ich werde deinen Beitrag auch gleich noch in meinem Beitrag verlinken.
Und bis gleich, bei dir drüben.
Liebe Grüsse
Alexandra
Ich möchte dir nur kurz für deinen Kommentar bei mir danke sagen. Auf deinem Blog werde ich mich später gerne umsehen.
Herzlich, do