Fantastische Illustration einer Frau auf einem Hügel mit weitem Blick über eine Landschaft aus Hügeln, Seen und Flüssen. Das Bild dient als Kategorienbanner für „Spiritualität“.
Spiritualität

✨ Die Sperrnächte – Dunkelnächte

📅 10. Dezember 2023
🌧️ Draussen Regen, drinnen Gemütlichkeit, 2-10 °C

Hallo du liebe Seele 🤍

Schön, dass du dich hier eingefunden und gleich ein Thema gefunden hast, das dich interessiert.

Heute möchte ich etwas über die Sperrnächte erzählen. Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, vielleicht ist dieser Begriff aber auch ganz neu für dich.

Die Sperrnächte werden auch Dunkelnächte genannt und stehen in der heutigen spirituellen Praxis für eine Zeit des Rückblicks, des Aufräumens und des bewussten Abschliessens, bevor mit den Rauhnächten der Blick wieder stärker nach vorne geht.

Dabei gibt es allerdings nicht die eine, überall gleich überlieferte Form der Sperrnächte. Gerade im Vergleich zu den Rauhnächten ist die historische Quellenlage eher dünn und die heutigen Ausgestaltungen unterscheiden sich teilweise voneinander. Häufig werden sie mit dem Zeitraum rund um den 8. bis 20. Dezember verbunden, also mit den Tagen vor der Wintersonnenwende.

Und genau deshalb möchte ich dir hier vor allem die Form vorstellen, wie ich die Sperrnächte verstehe und für mich nutze.

🌙 Aber warum heissen sie eigentlich Sperrnächte?

Eine verbreitete Erklärung für den Namen bezieht sich auf das bäuerliche Leben.

Wenn das Arbeitsjahr zu Ende ging, wurden Werkzeuge und Geräte gereinigt, winterfest gemacht und für die kalte Jahreszeit weggeräumt. Dinge, die über den Winter nicht gebraucht wurden, wurden also buchstäblich weggesperrt.

Auch Räume und Schuppen wurden für den Winter geschlossen.

Damit passt der Gedanke des „Sperrens“ wunderbar zu dem, was die Sperrnächte heute symbolisch bedeuten: Etwas darf abgeschlossen und für eine Weile zur Ruhe gelegt werden.

Die konkrete historische Herleitung ist allerdings nicht eindeutig belegt. Deshalb würde ich sie eher als eine überlieferte beziehungsweise heute verbreitete Deutung des Namens verstehen und nicht als unumstösslich bewiesene Herkunft. 

🍂 Wofür werden die Sperrnächte genutzt?

In der heutigen spirituellen Praxis geht es vor allem darum, das vergangene Jahr noch einmal anzuschauen.

Was ist passiert?

Was hat mich bewegt?

Was möchte ich behalten?

Was darf gehen?

Und gibt es Dinge, die ich noch abschliessen möchte, bevor ich mich dem neuen Jahr zuwende?

So wie im Winter vieles in der Natur zur Ruhe kommt, dürfen auch wir uns ein Stück zurückziehen, nach innen schauen und eine Bestandsaufnahme machen.

Nicht alles muss dabei sofort gelöst werden.

Manchmal reicht es schon, etwas bewusst anzusehen.

Heute benutzen wir die Nächte / Tage für…

In diesen Nächten / Tagen haben wir die Möglichkeit das vergangene Jahr, Monat für Monat aufzusperren, eine Inventur zu machen, Vergangenes los zu lassen um Platz für neue Erfahrungen zu schaffen.

Du hast die Möglichkeit, dich noch einmal in jeden einzelnen Monat hinein zu fühlen und belastendes oder ungeklärtes in Frieden gehen zu lassen.

In dieser Zeit hast du die Chance schmerzhafte Erinnerungen oder auch belastendes, seien das Gefühle, Situationen oder Erinnerungen zu transformieren, los zu lassen. Aber wir begegnen auch schönen Erinnerungen, Erfahrungen und Lektionen, die wir ins neue Jahr mit nehmen dürfen.

📆 Wann werden die Sperrnächte gefeiert?

Die Sperr- oder auch Dunkelnächte sind die 12/13 Nächte unmittelbar vor den Rauhnächten.

Sie beginnen am 8.Dezember und enden am 21. An oder unmittelbar vor Yul, der Wintersonnenwende. Während wir uns in den Rauhnächten auf das neue Jahr einstimmen und ausrichten, wenden wir uns in den Sperrnächten bewusst dem Abschluss zu. Das Vergangene Jahr wird noch mal angeschaut, reflektiert. Wie bei den Rauhnächten haben auch die Dunkelnächte jeden Tag ihr eigenes Thema und wird einem Monat des vergangenen Jahres zugeortnet.

  • 1. Sperrnacht – Januar
  • 2. Sperrnacht – Februar
  • 3.Sperrnacht – März
  • u.s.w
  • 13. Sperrnacht – 21. Dezember – Ganzes Jahr

Nach der 12. / 13. Sperrnacht gehen wir in die Stille. 3 Tage, bevor dann vom 24. auf den 25. Dezember die erste Rauhnacht stattfindet.

🕯️ Welche Möglichkeiten gibt es, mit den Sperrnächten zu arbeiten?

Da gibt es verschiedene Herangehensweisen.

Du kannst zum Beispiel:

  • 📖 Tagebuch schreiben
  • 🕯️ ein Kerzenritual machen
  • 🌿 räuchern
  • 🧘‍♀️ meditieren
  • 📷 eine kleine Fotocollage des vergangenen Monats gestalten
  • 🧹 deine Wohnung oder einen bestimmten Bereich ausmisten
  • ✍️ aufschreiben, was du loslassen möchtest
  • 🤍 dir bewusst Zeit für Rückzug und Ruhe nehmen

Du musst natürlich nicht alles davon machen.

Vielleicht ist für dich nur eine Kerze und ein Blatt Papier genau das Richtige. Dann kannst du dir, wenn du magst folgende Fragen stellen…

Was war in diesem Monat?

  • Was hat mich berührt?
  • Was hat mir Freude gemacht?
  • Was war schwierig?
  • Was habe ich gelernt?
  • Was möchte ich mitnehmen?
  • Und was darf ich zurücklassen?

Oder ein Spaziergang, bei dem du einfach einmal über den vergangenen Monat nachdenkst.

Nichts muss. Alles kann.

🤍 Wie ich die Sperrnächte gefeiert habe

Ich muss gestehen, ich habe die Sperrnächte damals zum ersten Mal bewusst begangen.

Es war für mich ein besonders schweres Jahr und ich wollte es nicht einfach irgendwie hinter mir lassen. Ich wollte mich den vergangenen Monaten bewusst stellen.

Ich wollte sie noch einmal anschauen.

Mich hineinfühlen.

Egal, ob es schöne Momente waren oder traurige, verzweifelte oder von Angst geprägte.

Verdrängt hatte ich in meinem Leben schon mehr als genug. Ich wollte endlich weiterkommen.

Und für mich gehörte dazu, das vergangene Jahr bewusst abzuschliessen und loszulassen, damit ich mich anschliessend in den Rauhnächten auf das neue Jahr ausrichten und Neues willkommen heissen konnte.

Ich habe damals eine Kombination aus Sperrnachtsgesprächen und einem persönlichen Tagebuch mit Reflexionsfragen gemacht.

Jeden Abend gab es ein neues Thema und anschliessend habe ich mich hingesetzt und die Fragen zum jeweiligen Monat beantwortet.

Das war für mich eine sehr intensive Erfahrung.

Und genau deshalb möchte ich diese Möglichkeit hier weitergeben.

Nicht als Anleitung, wie man Sperrnächte „richtig“ macht.

Sondern einfach als eine Möglichkeit von vielen.


Vielleicht möchtest du dieses Jahr ebenfalls einmal bewusst zurückblicken.

Vielleicht möchtest du etwas abschliessen.

Vielleicht etwas loslassen.

Oder vielleicht möchtest du einfach feststellen, was dieses Jahr dir alles gebracht hat.

Dann können die Sperrnächte ein schöner Anlass sein, einmal innezuhalten. 🌙

Und danach?

Danach dürfen die Rauhnächte kommen.

Während die Sperrnächte für mich eher für Rückblick, Abschluss und Loslassen stehen, richten sich die Rauhnächte stärker auf das Kommende.

Ein Jahr geht zu Ende.

Ein neues darf beginnen.

Und irgendwo dazwischen liegt diese stille Zeit, in der wir noch einmal zurückschauen dürfen.

Ich wünsche dir eine bewusste und vielleicht auch ein bisschen magische Zeit. 🤍

Mit dem Leben verbunden und offen für das, was uns im Innersten berührt.

3 Gedanken zu „✨ Die Sperrnächte – Dunkelnächte“

  1. Pingback: Sperrnächte
  2. Liebe Alexandra,

    danke für deinen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema. Auch wenn ich die Sperrnächte dieses Jahr noch nicht „feiern“ werde, ist es auf jeden Fall etwas, was für 2024 auf meine To- Do- Liste kommt. Bisher habe ich mich nur mit den Rauhnächten beschäftigt- 2024 kommen dann die Sperrnächte hinzu. Die Idee mit dem Loslassen finde ich super, denn am Jahresende gibt es immer einiges was losgelassen werden kann und nicht mit ins neue Jahr genommen werden muss. Danke für die Inspiration.

    Lieben Gruß

    Anja

    1. Liebe Anja,

      gerne doch 😊 Das freut mich das es dir so zusagt und du es gleich auf deine To-Do Liste aufnimmst fürs nächste Jahr. Genau, das ist so, da hat sich doch einiges angesammelt oder es sind vielleicht Dinge passiert die uns belasten. Die kann man dann bewusst noch mal ansehen und loslassen.

      Bitte, freu mich das es dir zusagt.

      Liebe Grüsse
      Alexandra

Danke, dass du dir Zeit für diesen Beitrag genommen hast. Wenn du magst, hinterlass mir einen Kommentar – ich freue mich auf deine Gedanken.