📅 28. Oktober 2026
🌧️ Heute ist da dieses Gefühl., 7-12 °C
Hallo du liebe Seele 🤍
Heute ist es hier ziemlich grau und nass. Ich war schon einkaufen, Blutdruck messen, die Küche ist geputzt und jetzt sitze ich hier und suche mich durch meine Fotos von Büchern. Ich suche nach einem Cover, das zur heutigen Aufgabe von Aequitas et Veritas passt.
Und ja, nach längerem Suchen habe ich tatsächlich ein Buch gefunden. Ich hoffe, es geht wirklich durch, denn das Cover zeigt nicht im klassischen Sinne ein Fenster. Aber vielleicht zählt ja auch ein Bullauge. 😉
Zeig ein Cover mit einem Fenster oder mehreren

Zur Geschichte
Ich bin Martin, Martin Schwartz, und wenn mich heute jemand fragen würde, ob ich glücklich bin, dem würde ich in die Fresse hauen. Warum? Wie soll man noch glücklich sein, wenn einem die Frau und das Kind genommen wurden?
Egal, was die Reederei sagt: Sie sind nicht gesprungen! Meine Frau hat nicht unseren Sohn ins Meer geworfen und ist auch nicht selbst freiwillig in die See gesprungen. Ich weiss es einfach …
Mein Leben hat keinen Sinn mehr. Aber wie es so ist: Genau das macht mich zwar zu einem durchgeknallten Polizeipsychologen, dafür aber zu einem mit einer super Quote!
Ich dachte, mein Leben könnte nicht noch schlimmer werden. Bis mich vor Kurzem jemand angerufen und mich dazu gebracht hat, mich auf den Weg zu machen. Ausgerechnet auf das Kreuzfahrtschiff, auf dem vor sieben Jahren meine Familie und mein Glück ein jähes Ende gefunden haben.
Was mich dort erwartet, weiss ich noch nicht. Aber ich hoffe, der Wahrheit näher zukommen und herauszufinden, was damals in der besagten Nacht wirklich geschehen ist …
Der Anfang…
Menschliches Blut:
● 44 Prozent Hämatokrit
● 55 Prozent Plasma
● Und eine hundertprozentige Sauerei, wenn es aus einer punktierten Ader unkontrolliert durch den Raum spritzt.Der Doktor, wie er sich selber gerne nannte, obwohl er nie promoviert hatte, wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. Zwar verteilte er damit nur die Spritze, die ihn getroffen hatten, was vermutlich widerlich aussah, aber wenigstens lief ihm jetzt nichts mehr von der Suppe ins Auge; so wie letztes Jahr, bei der Behandlung der Prostituierten, nach der er sechs Wochen lang Angst gehabt hatte sich mit an HIV, Hepatitis C oder sonst einem Dreck angesteckt zu haben.
Meine Gedanken zum Buch
Ich mag die Cover von Fitzek-Büchern eigentlich immer. Das eine mehr, das andere manchmal etwas weniger, aber sie passen immer wieder wirklich gut zur jeweiligen Geschichte. So auch dieses Cover, das ein Bullauge zeigt und dahinter die tosende See!
Auch der Titel passt zur Geschichte, denn er nimmt Bezug auf die Zahl 23: Laut den Recherchen des Autors verschwinden im Schnitt jedes Jahr 23 Passagiere spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Schon das allein finde ich ziemlich beklemmend.
Gut, dass ich kein Fan solcher Unternehmungen bin. Erstens bin ich alles andere als seetauglich, zweitens mag ich keine Menschenmassen und schon gar nicht, wenn man auf so engem Raum zusammengepfercht ist.
Zum Schreibstil muss man eigentlich nicht viel sagen. Gut, für diejenigen, die ihn noch nicht kennen: Er schreibt flüssig, mit viel Spannung, aber auch mit Humor, Sarkasmus und Ironie. Ich mag das einfach, denn man wird gleich in die Geschichte hineingeworfen. Man bekommt keine Zeit, sich langsam einzulesen. Nein, auch hier beginnt das Ganze wieder wie ein Hieb.
Die eigentliche Geschichte dreht sich um Martin Schwartz, den Polizeipsychologen, der vor sieben Jahren seine Frau und seinen gemeinsamen Sohn verloren hat. Auf dieser Reise war er nicht dabei, weil er einen wichtigen Einsatz hatte. Es war der letzte, den er sich geschworen hatte zu übernehmen. Und genau dann passierte das Unfassbare: Seine Frau soll einen erweiterten Suizid begangen haben, indem sie zusammen mit ihrem Sohn ins Meer sprang.
Seit damals ist Martin nicht mehr derselbe. Er geht unnötige Risiken ein, übernimmt Fälle, die eigentlich aussichtslos erscheinen, und tut alles, um die Fälle zu lösen und die Täter dingfest zu machen. Doch so hartnäckig er auch ist, wenn es darum geht, Erfolg zu haben, so wenig schaut er auf sich selbst und sein Leben. Denn das ist ihm nichts mehr wert.
Alles verändert sich, als er einen Anruf von einer Frau erhält, die ihn bittet, auf die Sultan zu kommen. Ausgerechnet auf jenes Kreuzfahrtschiff, auf dem seine Frau und sein Sohn ums Leben gekommen sein sollen.
Doch was er dort erfährt, macht ihn so neugierig, dass er beschliesst, nicht nur die Sultan wieder zu betreten, sondern auch dortzubleiben und sich der Herausforderung zu stellen, den Fall um den aktuellen Passagier 23 zu untersuchen.
Womit er nicht gerechnet hat, ist, dass er viel stärker mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, als er sich je hätte träumen lassen …
Auch in diesem Roman hat es Fitzek geschafft, seinen Charakteren viele verschiedene Schichten zu verleihen.
Martin Schwartz mochte ich von Anfang an, auch wenn er eine ziemlich selbstzerstörerische Art an den Tag legt. Aber man kann nachvollziehen, warum er so handelt, denn sein Leben ist ihm nichts mehr wert.
Mir ging es so, dass ich ihn manchmal am liebsten getreten hätte, um ihm die Augen zu öffnen. Andere Male hätte ich ihn am liebsten in den Arm genommen. Und wieder an einer anderen Stelle hätte ich ihm beim Prügeln am liebsten gleich geholfen. 😂
Er begleitet uns durch einen wirklich guten Psychothriller, dessen Thema nicht jedem geläufig sein dürfte. Denn man liest oder hört nicht ständig von verschwundenen Passagieren auf Kreuzfahrtschiffen.
Aber das allein ist nicht das Thema. Fitzek verknüpft es natürlich mit einem sehr viel emotionaleren Thema: Kindesmissbrauch.
Wieder ein Tabuthema, über das man zwar immer wieder etwas im Fernsehen oder in der Zeitung mitbekommt, das aber trotzdem schwer zu ertragen ist.
Dann wäre da noch Anouk, die vermeintliche Passagierin 23 auf dieser Kreuzfahrt. Ein Mädchen, das vor über acht Wochen verschwunden ist und plötzlich wieder auf dem Schiff auftaucht, nachdem man es laut Aussage seiner Mutter für tot erklärt hatte.
Und genau diesen Fall soll Martin Schwartz untersuchen. Er soll herausfinden, was da los ist.
Anouk ist ein traumatisiertes Mädchen von 14 Jahren. Hochintelligent, aber sie spricht nicht. Und doch hat sie viel zu sagen. Nur versteht sie niemand …
Martin deckt eine fürchterliche Wahrheit auf, die selbst ihn noch einmal völlig aus der Bahn wirft. Aber bis er diese Wahrheit herausfindet, muss er erst einmal herausbekommen, was mit Anouk und ihrer Mutter passiert ist.
Und das ist nun wirklich kein leichtes Unterfangen …
Mein Schlussfazit
Ein Fitzek, wie er im Buche steht!
Spannend, mit wieder einmal einem tollen Thema und wirklich hervorragend recherchiert!
LESEN! 📚
Auf all die Welten, Geschichten und Leben, die uns berühren, verzaubern und zu Tränen rühren …

Okay, hier kommt das Geständnis des Tages: Ich habe noch nie ein Buch von Fitzek gelesen! 😌
Aus meiner Sicht hast Du da auch nix verpasst. Die Fitzek-Fans sehen das anders. 😂😂
Ich denke mal, ein Bullauge ist auch ein Fenster 🙂
Passagier 23 habe ich als Hörbuch gehört, war mir zu wirr. Dann habe ich den Film im TV geschaut, war nicht besser. Mein Gehirn kann den Gedankengängen von Fitzek nicht folgen, weswegen ich seine Bücher meide.
Mein Cover heute: https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/2026/10/28/cover-wednesday-147/
Ah da gibts ein Film dazu?
Wusste ich gar nicht. Ist an mir vorbeigegangen.
Und ja, entweder kann man’s mit Fitzek oder nicht, irgendwie dazwischen gibt es ncht wirklich.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass der Film im TV lief. Irgendwann Anfang Sommer dieses Jahr.