
Guten Morgen meine liebe Seele,
heute ist zum aufstehen eine sehr spezielle Stimmung. Nebel mit der Sonne die durch drückt. Aber ich denke der verzieht sich dann schon auch noch. Gestern zwar erst um 14 Uhr aber ich war gestern dann draussen mit der Kamera und hab die ersten Frühlingsfotos machen können auch wenn noch nicht so viel blüht, aber wird ja zum Glück nicht mehr so lange dauern. Schließlich befinden wir uns ja immer noch im Hochwinter.

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Heute möchte ich mal mehr über mich erzählen. Über Trigger die bei mir fast oder praktisch immer anspringen. Ja, auch heute noch. Also wird der Beitrag heute kürzer als sonst die Beiträge zu dem Thema. aber das ist für dich sicher auch okay. 😉
Also nun zu den Triggern die praktisch immer gleich anspringen. Und jetzt in der neuen Beziehung sowieso, denn die ganze Beziehungsdynamik ist anders, man kennt sich halt doch noch noch nicht so wie wenn man schon seit Jahren zusammen ist. Das Vertrauen bei mir ist eine fragile Geschichte. Es dauert ewig lang bis ich vertrauen, mich sicher fühlen kann. Auch wenn mein Kopf weiss das es keinen Grund gibt angst zu haben, alles zu hinterfragen, springt meine gut geölte Alarmanlage zuverlässig an. Es braucht einfach viel länger und viele neue positive Erfahrungen um dieses Alarmsystem zu beruhigen. Manchmal gelingt es mir mir es selbst wieder zu beruhigen, aber meist noch nicht. Geduld ist etwas das kann ich nur schwer, und es betrifft eben nicht nur mich was es für ich noch schwieriger zum aushalten macht, den das schlechte Gewissen macht sich dann zusätzlich bemerkbar.
Wenn jemand abrupt den Tonfall ändert und ich nicht weiss was ich falsch gemacht habe.
Ich halte mich ja so gut es geht von Menschen fern. Ich fühl mich einfach nicht sicher wenn ich mich in einer Menschengruppe befinde, geschweige denn unter Fremden.
Das scannen von allem, und hier ist es der Tonfall, passiert unterbewusst. Dieser Scanner ist ständig am laufen, das merk ich dann, wenn jemand plötzlich die Stimme erhebt, oder einen anderen Ton anschlägt auch ohne das er lauter wird oder so. Das ist mir Ende letztes Jahr mal wieder so richtig bewusst geworden als ich mit meinem freund zu seiner Schwester ging die Geburtstag hatte. Klar, ich war schon angespannt weil es da mehr Menschen gab als das ich gern um mich habe zudem noch Fremde. Da aber auch seine Schwester weiss wo bei mir das Problem liegt, also das es sein kann das ich plötzlich raus muss, dachte ich, wagst es mal. Da kam es dann aber zu einer Situation wo die Schwester plötzlich einen strengeren Ton anschlug. Sie hat mit jemanden geredet, nicht mit mir, sondern mit einem Bekannten. Das Thema war das sie nicht wollte das man über gewisse Dinge redet wenn die Kinder dabei sind. Obwohl ich das verstand und es nicht mich betraf, schlug mein Nervensystem an. Ich bekam Schweissausbrüche, mein herz begann heftig zu schlagen und ich merkte wie ich in mich rein fiel.
Das passiert auch wenn mein Freund etwas strenger mit den Kinder ist und laut wird. Da muss ich dann raus wenn ich das schaffe. Oder wenn die Kinder streiten.
Wenn Nachrichten länger unbeantwortet bleiben
Also das gilt nur wenn ich eine intensive Kommunikation hatte. Und die plötzlich abbricht. Da schreibst Stunden lang hin und her, oder gar Tage und zack, Abbruch. Dann beginnt mein Kopf zu rattern, ich geh alles Mögliche durch was falsch gelaufen sein könnte. Was ich falsch gemacht habe oder was ich gesagt habe dass dem anderen das Schreiben vergangen ist. Ich geh die Gespräche noch mal durch, kontrolliere wo es eine falsche Richtung eingenommen haben könnte.
Oder ich schreibe und es kommt keine Antwort, dann könnte ja was passiert sein! Und der andere nicht erreichbar. Dann stell ich mir vor wie das Krankenhaus anruft oder die Polizei um mich zu informieren das demjenigen was passiert ist…
Ja, ich weiss, das ist völlig unnötig aber das ist ein Mechanismus der einfach automatisch zu laufen beginnt wenn das passiert. Und nein, heute schreibe ich dann nicht wie verrückt zurück, ich warte erst mal ab, was aber nicht heisst, das es nicht schwer auszuhalten ist. Und ja, meist regelt sich das ja von selbst und ja, ich weiss ja zum Beispiel wie mein Sohn tickt, mit zurückschreiben hat er es nicht so. Irgendwann kommt dann mal ein Telefonanruf.
Wenn jemand sagt, „Ich muss mit dir reden“
Gaaaaaanz schlimm. Nur schon dran denken jagt mein Herzschlag in die Höhe. Das geht gar nicht. Dann bitte, sags und komm gleich zum Punkt aber bitte sag nicht „ich muss mit dir reden“ und wart dann Stunden oder Tage bis es dir dann passt. Was für dich stimmig ist, um es einfach mal zu deponieren, ankündigen und dann den passen den Zeitpunkt zu wählen ist für mich die Hölle. Denn in dieser Zeit ist mein. Kopf in Hochbetrieb. Er legt sich 100 Gespräche zurecht mit 100 Themen was es denn sein könnte und wie sie verlaufen könnten. Nicht nur mein Kopf ist dann in absoluten Alarmzustand, sondern auch mein Körper. Das ist der totale Stress. Anspannung hoch 10, Herzrhythmusstörung, Zittern, Panikattacke… der absolute Overload.
Wenn ich in einer Gruppe steh und mich plötzlich fehl am Platz fühle
Da rede ich von einer Gruppe Menschen die ich kenne. Familienfeste oder unter Bekannten oder Freunden. Ja, obwohl ich diese Situation versuche zu vermeiden lässt es sich es halt nicht immer umsetzten. aber auch hier passiert es oft das ich mich plötzlich am falschen Platz fühle, ich seh mich von aussen wie ich da drin steh und ich mich frage was ich da mache. Die Verbindung ist abgebrochen, wegen was auch immer.
Es kann die lautstarke sein, die unruhige Energie der unterschiedlichen Menschen um mich rum, ein Thema das angesprochen wird. Oder, ich hab das Gefühl nicht dazu zugehören obwohl es sicher anders ist. Dennoch ist in mir diese Verbindung abgerissen. Ja nicht für immer, einfach für einen Moment. Manchmal nur ganz kurz, ein andermal etwas länger. Und manchmal kann es sein, dass ich dann aus dieser Gruppe weg muss. Abstand, verabschieden um wieder bei mir anzukommen aber das ist eher nur noch selten der Fall.
Wenn jemand meine Grenzen übergeht und ich es erst danach bemerke.
Tja, was soll ich sagen, das ist etwas das mir auch heute noch sehr oft passiert. Das hat, glaube ich aber auch damit zu tun, das ich meine Grenzen selber nur schlecht wahrnehme. Und wenn ich sie erkenne, mühe habe sie zu kommunizieren. Meist ist der Adrenalinspiegel in diesem Moment einfach zu hoch um den Übergriff wahrzunehmen oder meine Harmoniebedürftigkeit lässt es nicht zu meine Grenze zu signalisieren, denn es macht mir angst was dann passieren könnte. Aber meistens hat es mehr mit meiner mangelnde Selbstanbindung zu tun.
Das führt danach halt zu Frust, weil ich es nicht geschafft habe in dem Moment angemessen zu reagieren. Manchmal bin ich aber auch traurig weil mir bewusst wird, das ich oft meine Grenze garnicht kenne.
Wenn ich für meine Emotionen belächelt werde und mich frage, ob ich wirklich übertreibe.
Nein, eigentlich frag ich mich das nicht, ich kritisiere mich dafür das ich wohl übertreibe. Dann überkompensiert ich mit Erklärung während ich innerlich total aufgewühlt bin und schliesslich aufgebe und in den Rückzug gehe und einfach nur noch still bin.
Und ja, ich weiss das ist ganz schlecht. Denn es fördert nur die Scham und Schuld. Und es verstärkt wieder die Dissoziation. Es ist einfach ein scheiss Teufelskreis. Es ist einfach eine total toxische Dynamik. Und das weiss ich auch, rein Intellektuell … Aber bei Trauma geht es eben nicht um den Intellekt sondern um das Nervensystem, den Körper.
Teufelskreis der Entfremdung
Dissoziation und Selbsthass verstärken sich gegenseitig:
- Selbstentwertung führt zu emotionaler Taubheit oder Depersonalisation (Gefühl, nicht man selbst zu sein).
- Die Dissoziation wiederum wird oft als weiteres „Versagen“ kritisiert („Warum bin ich so neben der Spur?“), was die nächste Welle der Selbstkritik und damit weitere Dissoziation auslöst.
Zusammenfassung der Dynamik
| Schritt | Prozess | Wirkung |
|---|---|---|
| Trigger | Emotion (z. B. Angst) tritt auf. | Normale PTBS-Reaktion. |
| Reaktion | Harte Selbstkritik („Reiss dich zusammen!“). | Erzeugt massive Scham & Stress. |
| Folge | Überforderung des Nervensystems. | Das Gehirn „klinkt sich aus“. |
| Symptom | Dissoziation | Gefühl von Nebel, Taubheit oder Unwirklichkeit. |

So, das wars von meiner Seite. Heute gabs ein bisschen mehr Einblicke in meine Seele. Weniger Theorie als sonst. Aber ich finde das auch wichtig zu wissen. Selbst für mich ist es immer weder erleuchtend mich so zu reflektieren und zu schauen, spüren was das mit mir macht. Also das darüber reden und erkennen wie ich ticke.
So, und inzwischen ist der Nebel fast weg und ich sehe leicht blauen Himmel und auch die Alpen kann ich jetzt von meinem Wohnzimmerfenster aus sehen. 🥰 Später geh ich dann wieder raus und werde mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen.
Ich wünsche dir auch einen wunderbaren Tag, hoffe mit viel Sonne und wir lesen uns morgen wieder.