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Bücherwelten

Die Suche nach Gott – Luca Rohleder

📅 2. Juli 2024
🌦️ Hitze, wo bist du? 12-18 °C

Hallo du liebe Seele 🤍

Jep, wie du siehst, ist das Wetter heute alles andere als sommerlich. Morgen sieht es nicht viel besser aus. Am Morgen könnte man schon fast wieder die Winterjacke hervorholen. 🥴

Dazu habe ich heute echt mies geschlafen. Ich hatte einen wirklich schlimmen Traum und habe danach noch einmal versucht zu schlafen. Hat aber nicht viel gebracht. Heute fühle ich mich total gerädert und erschöpft. Also werde ich den Tag gemütlich angehen. Viel habe ich zum Glück nicht vor. Nur schnell etwas Kleines einkaufen und um vier meinem Schwager etwas bringen, das ich in all den Kisten gefunden habe.

Aber nun nehme ich mir die heutige Rezension vor. Sie fällt mir wirklich nicht leicht. Nicht wegen des Themas, sondern eher wegen der Art, wie es verpackt wurde. Und ja … lest selbst. 😉


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Worum gehts?

Dies ist die Geschichte von Lucy und ihrer Suche nach Gott.

Lucy arbeitet als Influencerin und Internetbloggerin. Ihr Traum ist es, ihr Geld unter Palmen am Meer verdienen zu können, so wie viele andere Influencer auch. Es scheint alles so leicht zu sein.

Doch eigentlich ist sie studierte Biologin und Wissenschaftsjournalistin.

Als ukrainische Hacker auf ihren Computer zugreifen, sie erpressen und dadurch ihr Business lahmlegen, wirft sie das endgültig aus der Bahn. Denn zu all dem jährt sich auch noch der Todestag ihres Sohnes, der sich das Leben genommen hat.

Das ist einfach zu viel. Lucy fühlt sich vom Leben und auch von einem Gott, den es wahrscheinlich gar nicht gibt, betrogen. Sie gerät in eine tiefe Lebenskrise und sucht bei ihrem Liebhaber Trost und vielleicht sogar einen Rat.

Der Wendepunkt: Sie macht sich mithilfe der Wissenschaft auf die Suche nach Gott. Und was sie am Schluss entdeckt, damit hätte sie in ihrem Leben wohl nie gerechnet.

Lucys grosse blauen Augen, umrahmt von ihren langen blonden Haaren, waren schon immer ihr Markenzeichen gewesen. Sie waren bekannt für ihr Blitzen und Leuchten. Doch nun hat sich das Funkeln zu einem glanzlosen Etwas verwandelt. Von dem strahlenden hellen Blau war nur noch ein trübes Leichengrau übrig geblieben.

Der Anfang

Titel und Cover

Ich mag sowohl den Titel, denn er ist für viele wohl schon fast blasphemisch. Schliesslich geht es hier nicht um Religion im herkömmlichen Sinne, sondern um Gott und die Wissenschaft. Genauer gesagt um Quantenphysik und Quantenphilosophie.

Das Cover finde ich schön. Es ist schlicht und doch so aussagekräftig.

Als ich das Buch ungefragt in der Post vorfand, war ich positiv überrascht. Denn zu dieser Zeit hatte ich gerade begonnen, mich ein wenig mit Quantenphilosophie auseinanderzusetzen. Allerdings steckte ich damals noch in einer üblen Leseflaute, und so blieb das Buch bis jetzt liegen.

Schreibstil

Ja, der Schreibstil …

Die Geschichte wird aus Lucys Sicht erzählt. Das finde ich toll, weil man so schnell eine Verbindung zu ihr und ihren Gedanken aufbauen kann. Man kann sich dadurch leichter in sie hineinversetzen.

Auch die Kapitel sind gut gegliedert und nicht allzu lang. Im Schnitt umfassen sie etwa 30 Seiten.

Und trotzdem wurde ich die ganze Zeit über nicht wirklich warm mit Luca Rohleders Schreibstil. Ich kann nicht einmal genau sagen, woran es lag. Manchmal kam mir das Lesen einfach echt mühsam vor.

Nicht unbedingt wegen des Themas. Klar, da muss man manchmal eine Seite zwei- oder vielleicht sogar dreimal lesen, um sie wirklich zu verstehen und vor allem zu begreifen.

Luca Rohleder hat es meiner Meinung nach aber geschafft, die Themen rund um die Quantenphysik verständlich zu erklären und sie in einen quantenphilosophischen Zusammenhang zu bringen.

Die Geschichte

Wie schon in der Zusammenfassung geschrieben, begleiten wir Lucy bei ihrer Suche nach Gott.

Dazu führt sie zahlreiche Gespräche mit bekannten Naturwissenschaftlern sowie Astro- und Quantenphysikern. Schritt für Schritt nähert sie sich dadurch der Frage, ob und wie sich Gott mit wissenschaftlichen Erkenntnissen in Verbindung bringen lässt.

Der Roman greift viele spannende Fragen auf. Einige Erkenntnisse und Überlegungen waren mir bereits bekannt, weil ich mich schon vorher kurz mit dem Thema beschäftigt hatte. Trotzdem fand ich es spannend, die Schlussfolgerungen zu lesen. Manches konnte ich gut nachvollziehen, bei anderem dachte ich: „Jä… das sehe ich jetzt ein bisschen anders.“

Aber genau das macht das Thema für mich interessant.

Wie weit gestalten wir unsere Realität selbst? Ist das Aussen ein Spiegel unserer Innenwelt? Ist alles für alle gleich? Welche Rolle spielen Kopf, Herz und Bauch? Welcher dieser drei Bereiche hat das Sagen? Und was passiert, wenn wir dem falschen Teil die Führung überlassen?

Kann wirklich alles ohne eine höhere Intelligenz entstanden sein? Was weiss die Wissenschaft heute und wo liegen ihre Grenzen?

Das sind Fragen, die zum Nachdenken anregen. Und genau darin liegt für mich eine Stärke dieses Buches: Es macht neugierig, weiterzudenken und sich mit Themen auseinanderzusetzen, auf die man vielleicht sonst nicht so schnell stossen würde.

Denn eines steht ausser Frage: Wer keine Liebe spürt, wird kein Leben in sich spüren, und je weniger Leben wir in uns tragen, umso näher sind wir dem Tod. Das heisst, je weniger ich liebe, umso mehr sterbe ich.

Dieser Gedanke ist mir besonders geblieben.

Was mich an der Geschichte allerdings ein bisschen gestört hat, war, dass der Autor auch noch Erotik ins Spiel gebracht hat.

Sorry, aber das verstehe ich bis heute nicht. Wofür? Für mich hat es mit der eigentlichen Geschichte nicht wirklich etwas zu tun. Würde man diese Szenen weglassen, würde meiner Meinung nach nichts Wesentliches fehlen.

Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Sex oder Erotik in Büchern. Ich habe selbst schon Bücher mit solchen Szenen gelesen. Aber dort war es für mich stimmig, weil es zum Inhalt und zur Geschichte gehörte.

Hier empfand ich es eher als störend. Das finde ich wirklich schade.

Was wollte Luca Rohleder damit bezwecken? Wollte er damit vielleicht auch mehr Frauen für dieses spannende Wissenschaftsfeld interessieren? Sollte das Buch durch ein paar sexy Szenen zugänglicher werden? Keine Ahnung.

Bei mir hat das jedenfalls nicht funktioniert.

Auch mit Lucy wurde ich nicht wirklich warm. Manchmal dachte ich: „Hm … nö, das ist für mich nicht stimmig.“

Vielleicht liegt es daran, dass der Autor ein Mann und die Hauptfigur eine Frau ist. Nein, ich weiss, dass das nicht zwingend so sein muss. Ich habe durchaus schon Bücher gelesen, in denen männliche Autoren weibliche Figuren überzeugend dargestellt haben. Aber bei Lucy hatte ich hier manchmal einfach das Gefühl, dass etwas nicht ganz passt.

Vielleicht liegt es aber auch nur an mir. 🤔

Dein Herz erschafft die Realität, dein Bauch führt dich durch die Realität und dein Kopf bewältigt die Realität.

Fazit

Trotz des einen oder anderen Minuspunktes finde ich dieses Buch wirklich wertvoll. Ich denke, dass viele Menschen etwas daraus mitnehmen können.

Es macht neugierig auf mehr und kann den Einstieg in diese Themen erleichtern. Gerade die Verbindung von Wissenschaft, Philosophie und der Frage nach Gott fand ich spannend.

Was ich ganz sicher mitnehme, ist die erneute Lust, weiterzurecherchieren und mehr zu lernen.

Ein Buch zu lesen bedeutet für mich nicht, jede Aussage übernehmen oder jede Schlussfolgerung teilen zu müssen. Manchmal reicht es schon, wenn ein Buch neue Fragen aufwirft und einen dazu bringt, sich intensiver mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Bei mir hat es das geschafft.

Seit drei Jahren liegt bereits ein weiteres Buch zu diesem Thema bereit: Quantenphilosophie und Interwelten von Ulrich Warnke. Von ihm gibt es mehrere Bücher, und vielleicht wird es nun endlich Zeit, dass ich mich diesem Thema wieder widme.


So, das war’s für heute. Ich hoffe, ich konnte euch neugierig auf das Buch machen.

Ich bin gespannt: Landet es auf deiner WuLi, oder sagst du, dass es gar nichts für dich ist? Wenn du magst, lass es mich wissen. Oder hast du es vielleicht schon selbst gelesen? Wie ist es dir damit ergangen?

Nun wünsche ich dir noch einen schönen Tag, und wir lesen uns, wenn du magst, morgen zum Cover Wednesday wieder.

Auf all die Welten, Geschichten und Leben, die uns berühren, verzaubern und zu Tränen rühren …

Danke, dass du dir Zeit für diesen Beitrag genommen hast. Wenn du magst, hinterlass mir einen Kommentar – ich freue mich auf deine Gedanken.