📅 8. Oktober 2026
☔️ Regen passt heute irgendwie, 11-15 °C
Hallo du liebe Seele 🤍
Ich hoffe, dir geht es gut und du bist gut in den kleinen Freitag gestartet?
Heute wäre ja eigentlich Themen-Donnerstag, doch ich könnte im Stehen einschlafen. Ich bin so müde und erschöpft. 😴 Und ehrlich, würden nicht gleich mal die Kinder kommen, würde ich mich ausziehen und ins Bett gehen und schlafen.
Also gibt es heute etwas Leichtes. Etwas aus einer Kategorie, die ich bis jetzt noch gar nicht eröffnet habe.
Und zwar gibt es den Raum „Musik“. In dem möchte ich über Musik sprechen, die mich bewegt und warum.
Und heute starte ich mit folgendem Titel …
🎵 Musikbegegnung: Für 1 Sekunde off
🎵 Wie ist mir dieses Lied begegnet?
Den Song habe ich tatsächlich nicht selbst entdeckt. Mein Sohn hat ihn mir gezeigt.
Er kennt die Jungs von Sektion Zürich schon seit über zehn Jahren, hängt mit ihnen ab, tummelt sich viel mit ihnen im Studio herum und hat über die Jahre einiges mit ihnen erlebt.
Zwei von den Jungs kenne ich auch ein bisschen. Ich habe schon mit ihnen geredet und verfolge ihre Sachen ebenfalls ein wenig.
Anfang Jahr kam das neue Album raus und mein Sohn hat es mir einfach gezeigt.
Damals wusste ich noch nicht, dass ausgerechnet der Refrain dieses Liedes für mich irgendwann noch mal eine weitere besondere Bedeutung bekommen würde.
🎸 Was macht dieses Lied für mich besonders?
Eigentlich ist es gar nicht nur der Refrain, der mich an diesem Lied packt.
Der ganze Song zieht mich jedes Mal sofort hinein.
Ich finde ihn melancholisch und traurig und gleichzeitig transportiert er für mich etwas von Akzeptanz und Erkenntnis, aber auch Hoffnung und Vertrauen.
Und obwohl der Text nicht eins zu eins meine Geschichte erzählt, finde ich eigentlich in jeder Strophe etwas, das ich auf mein eigenes Leben übertragen kann.
Vielleicht ist es genau diese Mischung, die mich so berührt.
Und dann kommt natürlich noch etwas ganz Besonderes dazu:
Der Refrain wurde von meinem Sohn geschrieben.

Als ich den Song das erste Mal gehört habe, wusste ich das allerdings noch gar nicht.
Ich wusste auch nicht, dass dieser Refrain ungefähr ein Jahr nach dem Tod seines Vaters entstanden ist.
Und trotzdem hat mich der Song sofort zum Weinen gebracht.
Heute, wo ich weiss, dass diese Worte von meinem Sohn stammen und aus genau dieser Zeit kommen, höre ich sie noch einmal anders.
Irgendwie tiefer.
Denn ich erinnere mich an diese Zeit und daran, wie oft ich ihm damals gesagt habe, dass er vielleicht mal weniger Party machen und sich mehr mit dem beschäftigen sollte, was passiert war, anstatt immer weiter wegzulaufen oder zu verdrängen.
Dass es sich gerade jetzt vielleicht besser anfühlt, so zu tun, als wäre alles okay, aber dass es ihm irgendwann auf die Füsse fallen würde.
Und vieles von dem, was in diesem Refrain steckt, passt genau zu dieser Zeit in seinem Leben.
Und gleichzeitig passt vieles davon auch zu mir.
Vielleicht ist das das Besondere an diesem Lied für mich:
Es ist nicht nur ein Song, den ich schön oder traurig finde.
Er verbindet für mich meinen Sohn, eine schwere Zeit in unserer Familie und meine eigene Geschichte miteinander.
Und inzwischen höre ich bei diesem Refrain nicht nur die Worte.
Ich höre auch meinen Sohn darin. ❤️
💛 Welche Gefühle weckt es in mir?
💛 Welche Gefühle weckt es in mir?
Ich werde traurig.
Ich weine.
Nicht nur wegen der Geschichte dahinter, sondern weil ich dieses Gefühl und diese Gedanken so gut kenne.
Und gleichzeitig tut es mir leid.
Für sie. Für ihn. Für alle, die sich in solchen Gedanken wiederfinden.
Wenn ich den Song höre, habe ich manchmal fast das Bedürfnis, sie alle einfach in die Arme zu nehmen und zu sagen:
„Ich sehe dich. Ich verstehe dich.“
Vielleicht berührt mich der Song genau deshalb so sehr.
Weil ich nicht nur zuhöre.
Ich erkenne mich darin wieder.
🌧️ Atmosphäre
🌧️ melancholisch
🖤 traurig
🌿 ruhig
🫂 tröstend
✨ hoffnungsvoll
🌱 nachdenklich
Und irgendwie auch ein bisschen versöhnlich.
Nicht im Sinne von „alles ist gut“.
Sondern eher:
Ich sehe, was war. Ich verstehe ein bisschen mehr. Und vielleicht darf es irgendwann leichter werden.
🧩 Was steckt für mich hinter dem Refrain?
Das ist wahrscheinlich der Teil, der mich inzwischen am meisten berührt.
Denn als Mutter erinnere ich mich an diese Zeit sehr deutlich.
Ich habe meinem Sohn damals immer wieder gesagt, dass er vielleicht ein bisschen weniger Party machen sollte. Dass er sich irgendwann auch mit dem beschäftigen müsse, was passiert war, statt nur wegzulaufen oder es zu verdrängen.
Und immer wieder kam von ihm sinngemäss:
„Nur noch einmal, Mama.“
Oder:
„Ab nächsten Monat mache ich langsamer.“
Und natürlich hat er es trotzdem immer wieder gemacht.
Heute höre ich diesen Refrain und denke:
Er wusste damals genau, was er tat.
Nicht unbedingt im Sinne von „Ich habe alles im Griff“.
Aber er wusste, dass er weglief.
Dass er verdrängte.
Dass er sich selbst sagte, irgendwann werde es anders.
Und genau das macht mich als Mutter heute noch traurig.
Ich hätte ihn so gerne unterstützt.
Aber er hat sich damals immer mehr von mir zurückgezogen. Er war kaum noch zu Hause und ich habe ihn immer weniger gesehen.
Es war einfach eine schwere Zeit für ihn.
Und es tut mir noch immer leid, dass ich ihm damals nicht näher sein konnte.
🕯️ Und warum berührt mich das heute so sehr?
Das Verrückte ist:
Ich wusste das alles gar nicht, als ich den Song zum ersten Mal gehört habe.
Ich wusste damals noch nicht, dass mein Sohn diesen Refrain geschrieben hatte.
Und ich wusste auch nicht, wann er ihn geschrieben hatte.
Und trotzdem hat mich das Lied beim ersten Hören zum Weinen gebracht.
Jetzt, wo ich die Geschichte dahinter kenne, berührt es mich noch einmal ganz anders.
Fast so, als würde ich meinen Sohn durch diesen Song ein kleines Stück besser verstehen.
Und gleichzeitig erkenne ich mich selbst darin.
Denn vieles von dem, was in diesem Song steckt, kenne ich auch aus meinem eigenen Leben.
🌿 Was hat dieses Lied mit meinem Leben zu tun?
Eigentlich hat fast jede Strophe irgendetwas, das ich in mir wiederfinde.
Zum Beispiel dieses Gefühl, manchmal einfach für eine Sekunde off sein zu wollen.
Von allem.
Von meinen Gedanken.
Von meinen Ängsten.
Von der Vergangenheit.
Vom Alltag.
Vom Leben.
Einfach einmal für einen winzigen Moment nichts denken müssen.
Und auch das Thema Verdrängung kenne ich.
Natürlich auf meine eigene Art.
Ich lebe mit kPTBS und weiss inzwischen ziemlich gut, wie viel Kraft es kosten kann, sich mit sich selbst, mit der Vergangenheit und mit Heilung auseinanderzusetzen.
Und manchmal fühle ich mich damit ziemlich allein.
Nicht unbedingt, weil niemand da wäre.
Sondern weil die Menschen um mich herum nicht wirklich wissen können, was es bedeutet, mit kPTBS zu leben.
Was es kostet.
Und auch, was Heilung kostet.
Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum mich dieser Song so trifft.
Weil ich in ihm nicht nur meinen Sohn höre.
Ich höre auch ein kleines Stück von mir.
💭 Welchen Gedanken oder welches Gefühl hat mir dieses Lied geschenkt?
Vielleicht ist es gar nicht nur ein Gedanke.
Vielleicht ist es eher dieses Gefühl:
Ich sehe dich.
Ich sehe den Menschen, der versucht, mit etwas klarzukommen.
Ich sehe den Menschen, der wegläuft.
Ich sehe den Menschen, der verdrängt.
Ich sehe den Menschen, der sagt: „Nur noch einmal.“
Und ich sehe auch den Menschen, der irgendwann merkt, dass er sich selbst nicht ewig davonlaufen kann.
Vielleicht ist das auch das, was ich aus meinem eigenen Leben kenne.
Dass Heilung nicht bedeutet, dass plötzlich alles verschwunden ist.
Sondern dass ich irgendwann anfange, hinzuschauen.
Auch wenn es weh tut.
Auch wenn ich manchmal am liebsten einfach für eine Sekunde off wäre.
☕ Wann höre ich es am liebsten?
Eigentlich gibt es dafür keinen bestimmten Zeitpunkt.
Ich höre ihn gerade einfach sehr viel.
Und vielleicht passt er deshalb auch genau heute.
Ich bin müde. Erschöpft.
Heute wäre ich am liebsten einfach ins Bett gegangen und hätte die Welt für eine Weile draussen gelassen.
Vielleicht braucht man manchmal tatsächlich genau das:
eine Sekunde off.
Nicht um aufzugeben.
Nicht um wegzulaufen.
Sondern einfach, um kurz Luft zu holen.
❤️ Was würde ich meinem Sohn heute sagen?
Wenn mein Sohn heute noch einmal genau in dieser Phase vor mir stehen würde, würde ich ihm wahrscheinlich vor allem eines sagen:
Ich bin stolz auf dich.
Du hast diese Zeit überstanden.
Vielleicht hast du dafür nicht den einfachen Weg gewählt. Im Gegenteil, wahrscheinlich war es ziemlich oft der harte Weg.
Aber es war dein Weg.
Auch wenn mein Mutterherz dabei oft geblutet hat.
Auch wenn ich Tränen geweint habe, die du damals vielleicht selbst nicht weinen konntest.
Auch wenn ich mir so oft gewünscht habe, ich könnte dir etwas von diesem Schmerz abnehmen.
Heute sehe ich, wo du stehst.
Und ich glaube, du hast deinen eigenen Weg gefunden, damit zu leben.
Natürlich wirst du wahrscheinlich immer traurig sein, dass dein Vater nicht mehr da ist.
Das gehört zu diesem Verlust dazu und muss vielleicht auch gar nicht irgendwann verschwinden.
Aber heute habe ich das Gefühl, dass du an einem Punkt angekommen bist, an dem du sagen kannst:
Ich habe es so gut verarbeitet, wie es für mich möglich war.
Und vielleicht ist genau das etwas, das ich damals noch nicht verstehen konnte:
Ich hätte dir den Weg gerne leichter gemacht.
Aber ich konnte ihn nicht für dich gehen.
Du musstest deinen eigenen finden. ❤️

Danke, dass du ein Stück dieses Kapitels mit mir gegangen bist

Jeder muss seinen eigenen Trauerweg gehen. So sehr man als Eltern helfen möchte, muss man sie in so einem Moment für sich lassen.
Dass das Lied durch das alles für dich so berührend ist, finde ich schön.